Saltatio Mortis – Wer Wind saet

15. September 2009
von Sebastian

Saltatio Mortis haben nun nach zwei Jahren entlich wieder ein neues Album auf dem Markt. Doch wie ist es, wie klingt es und kann es die bisherigen noch toppen ?

Ferner, wie schreibt man eine Plattenkritik von einer Band und deren Album von denen man sowas wie ein Fan ist, die man wirklich gerne mag und jetzt nicht direkt verreissen will ?

Ich bin nun zwar nicht zu 100 Prozent von der Platte überzeugt aber sie ist auch nun nicht scheisse und gehört in die Tonne. Somit muss ich vorab sagen das diese Plattenkritik schon ein wenig durchwachsen ausfallen wird.

saltatiowind

Also wollen wir erstmal loslegen und ein wenig auf die Optik der CD eingehen. Ich habe mir die Digipakversion gekauft, mit Bonussongs und einer Bonus-DVD mit dabei.

Die DVD lasse ich hier bei der Besprechung aussen vor, denn sie ist nicht bei der reglären Version dieser CD mit dabei. Gesehen habe ich sie auch noch nicht, aber es hört sich interessant an, denn auf der DVD ist ein komplettes Live-Konzert der Band mit drauf und Live sind die Jungs auf jeden Fall ein Brett.

Die Digipak CD kommt in einem schönen Cover, denn die Hülle ist als Buch gestaltet worden was ich sehr nett finde. Sowas habe ich bisher erst bei einer Band so gesehen und zwar von Crematory. Die CD Act Seven von denen ist ähnlich aufgemacht. Dort ist ebenfalls das Booklet in die Hülle mit eingearbeitet und somit erscheint es dort auch wie ein richtiges Buch dem eine CD beiliegt.

Aber das ist alles nur Obtik, wobei die bei Saltatio Mortis nicht so schlecht ist. Doch wollen wir hier vorrangig auf die Musik gucken, beziehungsweise lauschen.
Denn bei Musikbesprechungen sollte es eben erstmal auf die Musik ankommen.

Ich empfinde die CD ein wenig durchwachsen, auch nach mehrmaligen hören. Mir ist die Mittelaltermusik zu weit zurückgeschraubt, die Balladen zu seicht und die rockigen Songs zu vorhersehbar.
Alles nicht schlecht gemacht, aber auch nicht so das es mich sofort vom Hocker reist.

Was soll man machen, ich bin eben kein Freund von Balladen und auch kein Freund von Hard Rock, sondern es muss dann wenigstens punkrockig sein wenn man losrockt, oder eben Metal.

Wo die Band richtig gut ist, wie ich finde, ist in den politischen Songs. Die gehen ab und gehen los, aber das war schon so auf den letzten Scheiben.

Aber nun zu dieser Scheibe ;

Los geht es mit Ebenbild. Der Song fängt mit einem kleinen Intro an und geht dann rockig weiter.

Aus dem Nabel wächst ein Schlauch, spendet mir den Lebenshauch

Diese Zeile hätte auch so von Rammstein kommen können.
Ein typischer Saltatio Mortis Song. Ich finde diesen nicht ganz so überzeugend.

Der Song rockt schon und live kann ich mir diesen Song recht gut vorstellen. Aber so auf CD, wo ich die Band eh immer ein wenig schwächer finde, ist der Song nur ganz nett.

Weiter geht es dann direkt mit Salome auf dem als Gastsängerin Doro Pesch zu hören ist.
Eigentlich ein sehr guter Song, sehr überzeugend finde ich diesen.
Einziger Kritikpunkt ist für mich, das Doro dort ein wenig dreckiger hätte singen können.
Einfach ein wenig markanter in der Stimme hätte sie sein können.

Der Song wird sicher auch ins Live Set finden, aber wer weiß, es wird schwer mit der weiblichen Stimme, denn ich habe Saltatio Mortis Live noch nie mit Gastsängerin gesehen.
Einfach live drauf zu verzichten wäre schade finde ich.

Der Song Salome kann aber auf jeden Fall einiges. Ich denke es bringt die Meute zum tanzen, denn treibend ist der Song und auch sicher zum Mitsingen.

Das verwendete Thema ist auch nicht zu verachten, finde ich, so muss ein Liebeslied klingen und nicht wie die auf der CD vorhandenen Balladen.
Aber ich bin insgesamt kein Freund von Balladen.
Wahrscheinlich gefällt mir dieser Song auch so gut weil er Metal-Einflüsse aufzuweisen hat.
Er ist hart und mit Mittelaltermelodien- und Instrumente.

Der dritte Song La Jument de Michao ist ein wenig ruhiger, aber sehr intersant von der instrumentalisierung. Er ist auf französisch und klingt ein wenig wie ein Folk-Song, aber nicht ganz so ruhig vorgetragen sondern recht rockig und hart.

Weiter geht es mit Letzte Worte. Es beginnt sehr ruhig, passend eigentlich zum Thema. Aber so ruhige Einleitungen sind nich ganz meine Welt. Ausserdem mag ich es nicht wenn man den Sänger beim einatmen auf dem Album hört.
Hätte man es nicht rausfiltern können oder sowas ?
Was aber gut daran ist, ist die Tatsache das man auch heraushört das er es echt und an einem Stück eingesungen hat.

Der Song wird was rockiger , aber mir zu ruhig. Bisher habe ich ihn immer weitergeschaltet und nicht zu Ende gehört.

Abgehackt und weiter geht es auf dem Album.
Als nächstes geht es wieder ruhig los, aber so bleibt es nicht in dem Song der sich das Kalte Herz nennt.
Sehr gut gemacht. Mittelalterthema ist drin und der Song steigert sich auch untermalt von diversen Instrumenten.
So hätte der Song sicherlich auch auf dem letzten Album laden können. Ist er aber nicht und auf diesen Album baut er eine kleine Brücke in die Vergangenheit der Band.
Sehr rockig und sehr gut, typisch Saltio Mortis wie ich sie mag.

Rastlos
heisst das nächste Stück. Nett. Aber nett ist nicht gut, oder ? Also der Song hat eigentlich alles was er benötigt um gut zu sein, aber ich finde er ragt jetzt auch nicht so sehr heraus.
Sehr rockig ist er trotzdem, könnte so sicher auch auf einer Toten Hosen CD Platz nehmen, wenn da nicht die Mittelaltergebläseinstrumente wären.

Weiter mit Miststueck, was schon mal vom Titel her nicht schlecht klingt. Geht hart los, recht hart , wie ich finde.
Metal-like und so.
Sehr überzeugend, sehr hart, sehr rockig. Nicht umbedingt Mittelalterrock, aber sehr genial böse Hardrock.
Der Song passt definitiv zum Thema Miststueck wie ich finde.

Ich mag die ruhigen Parts zwar nicht in harten Songs, aber hier passt es schon hinein.

Tief in mir nennt sich das nächste Stück. Nun ja, der Titel ist nicht so überzeugend.Aber passt schon zum Thema.
Düster aufgebaut, wie ich finde.

Aus Traeume gebaut ist mir ebenfalls am Anfang viel zu ruhig. Ich warte darauf das es los geht.Der Song langweilt mich und ich schalte weiter.
Sogut und interessant das Thema sein mag, für mich ist es nichts.

Aber dafür geht es nun entlich richtig los mit Manus Manum Lavat. Ein politischer Song, der meinen Nerv direkt trifft.
Ruhiges Intro aber dann geht die Post ab mit gutem Hardrockpunk.
Serh gut und zum Thema passender Song.
Mein Anspieltipp auf diesem Album neben dem Song mit Doro, Salome.
Sehr guter Song, ebenso wie der nächste.

Vergessen Götter
setzt direkt an Manus Manum Lavat an und zeigt was Saltatio Mortis bisher konnte und kann. Sehr guter Song, sehr treibend und regt zum Tanz an.
Ebenfalls ein sehr großer Song auf diesem Album.
Ein weiterer Anspieltipp. Vielleicht manchen zu hart, aber ich finde es passt sehr gut zum Thema und setzt dieses sehr gut musikalisch um.

Ebenfalls sehr gut finde ich Wir saen den Wind,ein sehr gutes Stück das gut zur Band passt.

Wir saen den Wind und ernten den Sturm

Es wäre schön gewesen wenn es auf dieser Scheibe mehr Wind und mehr Sturm gegeben hätte.
Ich habe einfach mehr erwartet, vor allem wenn man unter diesem Titel ein Album rausbringt.

Es ist alles hier nicht schlecht, alles gute Songs und sehr gut produziert, aber mir doch ein wenig zu schwach um einen Sturm auszulösen.

Damit sind wir am Ende der regulären Songs und ich muss sagen das sie eher durchwachsen sind. Sehr gute Lieder dabei aber auch einige recht schwache.
Wer Wind sät sollte auch mehr Sturm auf die Platte bringen, finde ich.

1. Ebenbild

2. Salome

3. La Jument de Michao

4. Letzte Worte

5. Das kalte Herz

6. Rastlos

7. Miststück

8. Tief in mir

9. Aus Träumen gebaut

10. Manus Manum Lavat

11. Vergessene Götter

12. Wir säen den Wind

Insgesamt sicher ein sehr gutes Album der Band. Nicht das beste für mich und nicht zu hundert Prozent überzeugend, aber sicher ein sehr gutes Album.

Eine weitere Plattenbesprechung kann man bei Konnas Gedankendeponie nachlesen wenn man möchte.

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