HIM – Screamworks: Love In Theory And Practice

HIM bringt ein neues Album raus, soweit die Fakten. Doch die Plattenfirma macht es ähnlich wie vor kurzem bei Rob Zombie es der Fall war, das Album kommt vorher als Stream ins Netz und lässt es somit vorab hören.

Das gute daran ist, das ich somit ein Review schreiben kann ohne das ich mir die CD kaufen muss, oder mir jemand diese Bereitstellt.

Eigentlich sind solche Plattenstreams eine gute Art der Promotion für neue Alben, denn als Fan kann man sich einen guten ersten Eindruck machen und als Schreiberling wie ich kann so schnell und günstig an das Material kommen um den ersten Höreindruck in ein Review zu verpacken.

Aber kommen wir nun zum Album, was ist drauf ?


Screamworks: Love In Theory And Practice

01. In Venere Veritas
02. Scared To Death
03. Heartkiller
04. Dying Song
05. Disarm Me (With Your Loneliness)
06. Love, The Hardest Way
07. Katherine Wheel
08. In The Arms Of Rain
09. Ode To Solitude
10. Shatter Me With Hope
11. Acoustic Funeral (For Love In Limbo)
12. Like St. Valentine
13. The Foreboding Sense Of Impending Happiness

Dreizehn Songs, das hört sich doch schonmal nach einer ganzen Menge an.
Dann will ich mir mal einen kleinen Höreindruck über die neue Scheibe von HIM verschaffen und drüber Berichten.

Der Opener In Venere Veritas startet mit einem kleinen Intro nur mit Gesang.
Dann rockt das Lied los. Ein wenig, so HIM typisch eben, wobei es im Stil der Band bleibt, schnelle Parts wechseln sich mit ruhigen ab.
Als Opener gut geeignet, wobei dieser Song sicher ein Ohrwurm werden könnte.
Wird zum Ende hin noch ein wenig rockiger.

Scared To Death fängt mit Keyboards an, klingt ein wenig poppig. Könnte auch in Richtung Schlager gehen. Eine Ballade scheint es mir ist dies.
Wechsel zwischen ruhigen Gesangsparts und schnelleren Instrumentals, wie wir es von HIM kennen.
Nur die Keys irritieren mich ein wenig.
Für eine Runde Kuscheln ist das Lied sicher geeignet und wird sich so bestimmt auf den einen oder anderen Mixtape das die Jungs für ihre Herzdamen produzieren mit drauf kommen.

Nummer Drei nennt sich Heartkiller. Hat bei Myspace bisher am meisten Abspielungen von den neuen Songs, was aber sicher auch daran liegen mag das dies ein Vorabsong war, er schon was länger dort online ist.
Der Song rockt schon ein wenig mehr als die beiden Vorgänger.
HIM ist definitiv erkenntbar mit ihrem eigenen Stil den sie eigentlich schon seit ihrer ersten Scheibe pflegen.
Es wird geschmacktet und gerockt wie zu den Zeiten des Debütalbums.
Zwar überzeugt mich diese erste Singleauskopplung noch nicht so ganz, aber sie hat sicher das Potential ein Hit von diesem Album zu werden.

Dying Song, ein Song zum sterben, oder über das sterben ?
Ich weiß es nicht. Überrascht ein wenig im Stil, anderer Songausbau, ruhig, doch trotzdem rockig/düster, finde ich.
Aber trotz das dieser Song düsterer von der Musik aufgebaut ist verliert er nichts von seiner doch eher positiven Stimmung die immer wieder in der Musik von HIM auftaucht. Könnte sicher auch eine Single werden. Für mich klar neben der Single Heartkiller einer der Anspieltipps auf diesem Album.

Weiter geht es auf dem Album mit Disarm Me (With Your Loneliness). Das die Band auch was anderes kann als ruhige Balladen habe ich in den beiden vorherigen Songs gesehen und gehört, doch hier scheint mir wieder eine zu sein.
Ruhig und gefällig klingt es in meinen Ohren. Keine Überraschungen in diesem Song.
Nichts für mich, deshalb geht es direkt weiter mit dem nächsten Song.

Love, The Hardest Way beginnt mit einem Keyboardintro, die anderen Instrumente setzen kurz darauf mit ein. Startet vielversprechend, eine interessante Rocknummer, dieser Song.
So richtig Gas gegeben wird leider auch in diesem Song nicht, doch klingt er ebenfalls recht überzeugend und kann sich bei den beiden Anspieltipps die ich eben genannt habe mit einreihen.

Wer hat ein Rad ? Katherine Wheel heisst das nächste Stück Musik hier. Ebenfalls nicht schlecht, doch es scheint mir das bei HIM und auf diesem Album vieles ähnlich klingt, sich der Stil und die Songstruktur einfach wiederholt.
Der Song ist nicht schlecht und auch rockig, doch klingt er für mich als hätte ich ihn hier eben schon mal gehört.

Weiter geht es mit dem achten Stück, welches sich In The Arms Of Rain nennt.
Interessantes Intro, dann setzen die Gitarren ein, es geht schnell los und scheint vielversprechend zu sein. Dann folgt wieder der Gesangspart der musikalisch ruhig gehalten ist.
Aber der Song gibt nicht auf, treibt weiter und bleibt in dem schnellen Tempo in dem er gestartet ist.
Der Song fällt ein wenig aus dem HIM-typischen Schema raus und weiß damit und seiner Geschwindigkeit zu überzeugen.
Eine interessante Nummer dieser Song bei dem Ville Valo ausserdem noch zeigt was er stimmlich noch kann.

Ebenfalls schnell geht es im nächsten Song weiter, düster ein wenig. Ode To Solitude heisst das Stück und mir scheint als habe die Band die schnelleren und besseren Song im hinteren Bereich des Albums gepackt. Ein recht guter Song der teilweise schon in Richtung Metal geht, von der Spielweise und dem Gesang. Kann man hören.

Mit einem kleinen Intro startet auch Shatter Me With Hope als schnelle Nummer. Meine Vermutung das die guten Songs am Ende des Albums versteckt wurden scheint sich zu bestätigen, denn auch dieses Stück gefällt mir besser als jene auf der ersten Albumhälfte.
Wäre es eine LP so könnte man sagen das auf der Rückseite das harte Zeug versteckt wurde. Wobei hart im Verhältniss zu der gesamten Musik der Band gesehen werden muß.

Akustisch ist Acoustic Funeral (For Love In Limbo) nicht, sondern ein voller Song mit allem was dazugehört. Eine weitere recht interessante Nummer, denn hier wird, wie ich finde, noch weiter von dem typischen HIM Sachen abgewischen und der Song ist zwar nicht schnell aber eine gute Rocknummer mit Villes markanten Gesang.

Like St. Valentine nennt das sich das vorletzte Stück der Scheibe. Beginnt abermals mit einem recht interessanten Intro und geht an alte Rocksongs erinnernd weiter. Ein kräftiger Song mit einem coolen Refrain. Es könnte der schnellste Song der Scheibe sein, mal abwarten was der letzte Song bietet. Der Song könnte so sicher auch bei einer Horrorrockband wie The Deep Eynd drauf sein. Damit beweist HIM das sie mehr können als nur Balladen und soften Poprock. Aber das haben sie auch schon immer auf den anderen Alben bewiesen, nur geht das oft hinter den Überhits unter, finde ich.

Der Rausschmeisser auf diesem Album heisst The Foreboding Sense Of Impending Happiness und startet langsam, düster und ruhig. Als Abschluss dieser Scheibe, die zirka ab der Mitte noch die Kurve bekommen hat, ein guter Song.

Im großen und ganzen bleibt die Band sich auf dem Album selber treu, geht weiter den bisherigen Weg. Riesige Überraschungen kann ich nun hier nicht entdecken, müssen es aber auch nicht immer sein wenn eine Band eine neue Scheibe rausbringt.
Es sind einige recht interessante Songs auf der Scheibe drauf.
Wer sich selber davon überzeugen möchte sollte sich ebenfalls einfach die Songs auf der Myspace Seite der Band anhören und selber sich ein Urteil bilden.

Die Streamaktion mit allen Songs halte ich für eine sehr positive Sache, denn zum einen ist das sehr Fanfreundlich und zum anderen kann man sich so vorher ein Bild von dem Album machen und kauft nicht umbedingt die Katze im Sack.

Schlagwörter: , ,