Vor einiger Zeit hat mir Agony Way ihre EP zukommen lassen, damit ich diese hier vorstelle und bespreche.
Damals kam die Idee auf, dass ich auch ein kleines Interview mit der Band führen will, doch es stellte für mich als schwerer heraus, als es ursprünglich aussah.
Das Problem ist die Sprache. Ich spreche nun mal Deutsch, Agony Way kommen aus Italien, also mussten wir uns auf Englisch einigen, doch ist es hier für mich schon ein wenig schwerer die Fragen zu formulieren und alles hin und her zu übersetzen, sodass es für alle irgendwie noch einen Sinn ergibt.
Aber dann habe ich es doch noch einfach versucht, die Entwürfe der Fragen nochmals verworfen und es einfach mit simplem Englisch neu versucht und siehe da, es hat geklappt.
Mit Freude präsentiere ich somit hier mein zweites Interview und das Erste, das auf einer anderen Sprache als meiner Muttersprache geführt wurde. Ich bitte daher alle Leserinnen und Leser um Nachsicht, wenn der Text nicht ganz so glatt lesbar rüberkommen sollte.
biotechpunk: Zuerst einmal, erzählt etwas über die Band, wer seid ihr, wie alt seid ihr und was machen die Mitglieder von Agony Way sonst so im Leben neben der Band, geht ihr noch zur Schule, habt ihr Jobs oder etwas anderes?
Agony Way: Wir sind vier Freunde, die gerne gemeinsam Musik machen, Songs schreiben und Konzerte geben. Wir haben verschiedene musikalische Einflüsse und wir lieben dies, denn das gibt mehr Ideen für die Songs. Für Punkrock und Alternative Rock können wir uns alle begeistern, daher könnte man sagen, dass wir “Alternative Punkrock” spielen.
Unser Durchschnittsalter ist 21. Unser Drummer Mario Rossi ist 19, unser Gitarrist Mauri 20 und unser Sänger Diè und ich sind 23. Mario und Mauri sind im letzten Schuljahr, während Diè und ich normale Jobs haben.
biotechpunk: Wann habt ihr mit Agony Way angefangen ? Hat sich irgendwas in der Band seit dem verändert oder sind alle Gründungsmitglieder noch mit dabei ?
Agony Way: Diè und ich (Poli, der Bassist) kennen uns seit zehn Jahren aus der gemeinsamen Schulzeit und unser Schlagzeuger ist mein Bruder. Wir haben vorher schon in verschiedenen Bands zusammengespielt bis wir dann 2006 gemeinsam eine neue Band gegründet haben. Wir nannten sie Agony Way nach dem Buch “At Terror Street and Agony Way” von Charles Bukowski.
Schon während den ersten Proben haben wir mit dem Songwriting losgelegt, obwohl wir noch keinen Gitarristen hatten. Ich habe für die Proben die Gitarre übernommen bis wir unseren ersten Gitarristen Umberto über eine Anzeige im Internet gefunden hatten. Er hat die Band nach einem Jahr wieder verlassen und seinen Platz an der Gitarre hat dann 2008 Mauri übernommen.
biotechpunk: Wie sieht denn der Absatz von eurer EP aus, wie viel Leute haben sie gekauft oder runtergeladen? Eure erste EP hatte ja nur eine Auflage von 350 Stück, wie haben sich die Zahlen verglichen mit eurer neuen EP “For Rent” entwickelt und seht ihr mit dem Absatzweg über Downloads eine mögliche Zukunft für kleinere Bands?
Agony Way: Unsere erste EP namens “Warning Agony Way” aus dem Jahr 2007 war auch als kostenloser Download verfügbar und wir wissen, dass viele Leute dieses Angebot nutzten. Von unserer neuen EP “For Rent” kennen wir noch keine Zahlen, da diese erst vor einigen Wochen erschienen ist. Das Feedback durch Leute, die unser Album gekauft haben und durch Reviews war aber durchweg positiv, was uns natürlich sehr glücklich stimmt.
Was den letzten Punkt deiner Frage angeht, da muss ich dir zustimmen, CDs sind tot und der Absatzweg über Downloads könnte die Zukunft für Bands sein.
biotechpunk: Wie sieht denn der Zuschauerzuspruch bei euren Konzerten aus?
Agony Way: Wir sind keine berühmte Band und arbeiten noch daran uns eine größere Fanbasis aufzubauen, indem wir überall spielen, um unsere Musik zu promoten.
In Italien ist es schwer ein größeres Zuschauerinteresse zu erlangen. Es gibt zu viele kleine Konzerte und so ist es nicht einfach viele Zuschauer zu finden, die sich für Shows von Bands, die noch ohne Plattenvertrag sind, begeistern. Aber wir haben Spaß bei unseren Konzerten und lieben es auf der Bühne zu stehen, daher sehen wir jedes Konzert als eine neue Erfahrung und eine Möglichkeit zu lernen. Selbst wenn manchmal nur 10 Leute im Club sind, spielen wir als wären da 400 Zuschauer.
biotechpunk: Wie sieht es allgemein mit der Musikszene in Italien aus? Ich kenne nur ein paar Musiker und Bands aus Italien, wie zum Beispiel Eros Ramazzotti, Gianna Nannini, Eiffel 65, Lacuna Coil, Graveworm und Exilia. Gibt es in Italien eine Punrockszene?
Agony Way: In Italien gibt es viele gute Bands, aber keine richtige Punkrockszene. Wie du an den von dir genannten Künstlern sehen kannst, ist Italien eher das Land der Popmusik und italienischer Pop dominiert auch die Charts. Lacuna Coil sind eine tolle Band und ich freue mich über den Erfolg, den sie haben. Aber es gibt auch noch ein paar andere tolle Bands wie zum Beispiel Zu, Vanilla Sky, Verdena und einige andere Bands, die noch ohne Plattenvertrag sind.
Es gibt auch einige italienische Metalbands, die international erfolgreich sind wie zum Beispiel Rhapsody Of Fire und ein paar Power-Metal-Bands.
biotechpunk: Macht ihr alles, was eure Band angeht im “do it yourself” Stil oder gibt es noch andere Leute, die ich bei eurer Arbeit unterstützen, zum Beispiel bei eurer Homepage oder euren Konzerten?
AW: Wir sind von Anfang an eine “do it yourself” Band gewesen und sind es noch immer. Es gibt da keinen bestimmten Grund für, außer dass wir gerne die Kontrolle und Entscheidungsgewalt, über alle Dinge die Agony Way betreffen, behalten möchten.
Jemand zu haben, der uns unterstützt wäre bestimmt toll, aber bis jetzt haben wir noch niemand gefunden der freiwillig auf ein Gehalt verzichten würde und wir können es uns momentan nicht leisten jemand zu bezahlen.
Die Homepage habe ich erstellt, nachdem ich einen Kurs über Internetdesign besucht habe und ich mache auch unsere MySpace Seite. Alles, was du von uns findest, wurde von uns gemacht, lediglich die Online Distribution unserer EP läuft über “Wynona Digital”.
biotechpunk: Habt ihr in den rund vier Jahren Bandgeschichte ein besonderes Erlebnis gehabt, ob nun positiv oder negativ, was euch in Erinnerung geblieben ist?
Agony Way: Klar, wie hatten schon viele großartige Momente. Viele davon waren, als wir Konzerte spielten und sahen, dass das Publikum mitging und Spaß hatte oder wenn uns Leute erzählten, dass sie unsere Konzerte oder Platten mögen.
Wir hatten aber auch schon ein bitteres Jahr, als uns 2008 zwei Idioten betrogen hatten, indem sie uns versprachen, unser Album zu veröffentlichen und es nie taten. Das hat uns einiges an Geld und Zeit gekostet und einige Hoffnung zerstört. Das Traurige ist, dass wir ihnen wirklich vertrauten, da wir sie bereits seit Jahren kannten und nicht erahnten, was für hinterhältige Leute sie in Wirklichkeit waren. Aber egal, wir sehen es als Lektion an und haben viel aus dieser Erfahrung gelernt.
biotechpunk: Wollt ihr den Leser/innen noch irgendwas sagen, ein Schlusswort oder etwas mit auf den Weg geben?
Agony Way : Wir hoffen, dass wir bald nach Deutschland kommen können, um ein paar Konzerte zu spielen. Besucht unsere MySpace Seite, hört euch unsere Songs an und wenn sie euch gefallen, dann erzählt es euren Freunden und helft uns etwas bekannter zu werden. Thank you Biotechpunk for the interview and bis bald!
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Vielen Dank an Agony Way für das Interview. Wenn ihr mehr über die Band wissen wollt, könnt ihr sie hier finden:
