Review: Onkel Tom – Nunc Est Bibendum

Onkel Tom ist wieder zurück, mit eigenen Songs, mit eigenen Texten, Trinkerlieder waren früher, nun gibt es eigene Songs, die sich natürlich immer noch um das Bierchen drehen, wie auch schon das Coverartwork verkündet.

Doch Onkel Tom bietet mehr als nur alte Trinkerlieder nachzuspielen, zu interpretieren, es wird hier was eigenes gemacht, es wird gethrashed sogar.
Klar, Tom Angelripper ist der Frontmann und Bassist von Sodom, das hört man hier, wie ich finde, teilweise auch raus.
Wäre die Songs auf Englisch, es wären hier einfach gute Thrash Songs, aber da ich verstehe worum es geht muss die Musik gelungen sein um mich zu überzeugen.
Die Musik ist sauber produziert, treibend, guter Bass, hier gibt es nichts zu meckern und auch an den Texten, die man eben verstehen kann, gibt es nichts auszusetzen.
Wo ich Onkel Tom früher teilweise albern fand, weil ich die Trinkerlieder im Original schon nicht lustig fand, kann mich das hier überzeugen.
Klar, ich bin nun nicht so der Überzeugte Trinker, auch wenn ich nicht immer nein sage muss ich persönlich den Alkohol nicht vergöttern.
Jedenfalls nicht so wie es auf den ersten Platten von Onkel Tom passierte, das erinnerte mich einfach zu sehr an Karneval.

Doch zurück zur aktuellen Scheibe, die rockt, an Sodom selbstverständlich erinnert, da sind Verweise zu finden, an anderen Stellen gehen die Verweise ein wenig in die Richtung des Oi!-Punk, oder Streetpunk.
Auf immer und Ewig zum Beispiel, dieser Song könnte sich in der Streetpunk Welt ganz gut machen, er erinnert mich ein wenig an die Troopers.

Schön dreckig, wie es eben für eine Band aus dem Ruhrpott gehört, es könnte sicher eine Hymne werden.
Im Metal Hammer Blog wird der Song gar mit den Onkelz verglichen, wobei ich zu dieser Band keine Vergleiche ziehen möchte, doch könnte der Song an sich schon zu den oben genannten passen.

Mein Fazit: Was ist nun von dem neusten Werk von Onkel Tom Angelripper zu halten ?
Die Platte rockt definitiv, auch wenn man keine zwei Liter Bier im Kopf hat, ferner werden nicht nur Coversongs geboten, sondern zum Thema passende, eigene Songs.
Abwechslungsreich, aber immer rockend, so kommt die Scheibe hier daher, in einer für Onkel Tom gewohnten gehobenen Art.
Zwar stehe ich überhaupt nicht auf die durchgehende Vergötterung des Alkoholismus, das Trinkimage das im Metal und auch hier gepflegt wird, geht mir eigentlich nur noch auf die Nerven.
Wir sind halt alle keine sechszehn mehr.

Aber sehen wir mal drüber hinweg wird hier eine gelungene Scheibe abgeliefert, mit einem bunten Strauss guter Songs, bei denen man sich vielleicht nur noch ein wenig über die Texte steiten könnte, die mir einfach auf der länge der Scheibe ein wenig zu sehr um das Thema Saufen geht.
Doch dafür wartet die Platte eben auch noch mit anderen thematischen Texten auf und wer sich eine Onkel Tom Scheibe anhört erwartet eigentlich eine Platte für die Party, ein Album mit Liedern die man beim Trinken hören kann.
Somit eigentlich das Ziel erreicht, musikalisch besser geworden im Bezug auf die Vorgängerscheiben, textlich vielfältiger, alles bestens damit, würde ich mal sagen.

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Tracklist
1. Nunc est bibendum
2. Wenn der Zapfhahn kräht
3. Auf immer und ewig
4. In Junkers Kneipe
5. Format C
6. Bier
7. Wie das Glas in meiner Hand
8. Lemmy macht mir Mut
9. Bon Scott hab ich noch live gesehen
10. Schade, dass man Bier nicht ficken kann
11. Ich hab Dich zum fressen gern
12. Ein Heller und ein Batzen
13. Auf nach Wacken
14. 1516
15. Drink doch ene met

Erscheinungsdatum
26.08.2011

Label

Drakkar (Sony Music)

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