Was es mit dem Listenalarm auf sich hat, habe ich hier versucht zu erklären. Alle bisher in dieser Reihe veröffentlichten Beiträge sind am Ende des Artikels verlinkt.
(Anmerkung: Ich versuche zu allen Alben in dieser Rubrik Hörbeispiele zu finden und zu verlinken, da das Internet aber manchmal sehr kurzlebig ist, kann es sein, dass die Links nicht mehr aktuell sind, wenn ihr diesen Beitrag lest.)
Flotsam and Jetsam kennen einige leider nur als die Band, in der Jason Newsted gespielt hat, bevor er zu Metallica ging. Oder sie wird immerhin noch gekannt, weil sie mit “Doomsday for the Deceiver” und “No Place For Disgrace” zwei Klassiker des Thrash Metal abgeliefert hatten. Aber auch nach Newsted und nach “No Place For Disgrace” gab es noch Flotsam and Jetsam und sie haben bis heute einige gute, aber leider wenig beachtete, Alben abgeliefert. Was dann aber 2010 mit “The Cold” erschien, damit haben wohl die wenigsten gerechnet, ich inklusive. “The Cold” ist für mich das beste Metalalbum 2010 gewesen.
Im vergangenen Jahr haben unglaublich viele ältere Thrash Bands starke Scheiben abgeliefert, ein paar hatte ich ja hier auch schon erwähnt. Heathen, Overkill, Exodus, Forbidden usw. aber für mich stehen Flotsam and Jetsam 2010 über allen anderen. Zum Teil liegt das auch an der Gesangsleistung von Eric A.K.. Seine Stimme ist einfach nach wie vor erhaben und mächtig. Und dem Songwriting und den Gesangsmelodien auf “The Cold” können in diesem Genre auch nicht viele das Wasser reichen. Wie variantenreich Eric hier vorgeht und immer genau die richtige Stimmlage und Geschwindigkeit trifft, mal eher ruhig und getragen, dann wieder ausbrechend und schnell, der reine Wahnsinn.
Die Härte mancher ihrer Kollegen erreichen Flotsam and Jetsam mit diesem Album nicht (was allerdings auch kein Nachteil ist), das Album tanzt quasi auf der Grenzlinie zwischen Thrash, Speed und melodischem Heavy Metal mit progressiven Einschüben.
Auf “The Cold” kann man auch suchen, wie man will, man wird keinen einzigen schwachen Song finden. Ein Knaller reiht sich hier an den nächsten und keiner gleicht dem anderen. Dazu kommt auch noch die starke Gitarrenarbeit von Edward Carlson und Mark Simpson mit ihren mächtigen Riffs und Soli, die dem Album eine ganz besondere Atmosphäre geben. Aber auch die Rhythmusfraktion mit Jason Ward am Bass und Craig Nielsen an den Drums leistet ganze Arbeit. Es ist einfach ein rundum perfektes Album und es freut mich richtig für die Band, dass sie jetzt noch so eine Scheibe rausgehauen haben.
Meine Albumversion hat 10 Songs mit rund 52 Minuten Spielzeit
Bandhomepage: flotsam-and-jetsam.com
Hörproben:
Flotsam and Jetsam mit Hypocrite
Flotsam and Jetsam mit Better off dead
Die Spannung steigt, bald kommt meine vermutlich etwas überraschende und weitgehend unbekannte Nummer 1 im Jahr 2010.
___________________________________________
Listenalarm 2010:
Unter ferner liefen, Platz 15 (Zaz – Zaz), Platz 14 (Kylesa – Spiral Shadow), Platz 13 (Nachtmystium – Addicts), Platz 12 (Alter Bridge – AB III), Platz 11 (Dawnbringer – Nucleus), Platz 11 (Dawnbringer – Nucleus), Platz 10 (Procession – Destroyers of the Faith), Platz 9 (The Sword – Warp Riders), Platz 8 (Långfinger – Skygrounds), Platz 7 (Ghost – Opus Eponymous), Platz 6 (Haken – Aquarius), Platz 5 (Heljareyga – Heljareyga), Platz 4 (Nevermore – The Obsidian Conspiracy), Platz 3 (Manic Street Preachers – Postcards From a Young Man), Platz 2 (Flotsam & Jetsam – The Cold), Platz 1 (Major Parkinson – Songs from a Solitary Home), Zusammenfassung
Die gibt´s noch? Ich muss gestehen, dass ich auch nur ihre ersten beiden Alben kenne. Den aktuellen Hörproben nach zu urteilen scheint das aber eine echte musikalische Bildungslücke zu sein.
Ja, die haben sich aufgelöst, sondern regelmässig Alben veröffentlicht. Halt leider weitgehend unbemerkt. Auch bei “The Cold” hat es ein paar Monate gedauert, bis sie auch in Deutschland normal (also nicht als Import) erhältlich war.
Das Album lohnt sich auf jeden Fall.