Review: Zodiac – A Bit Of Devil

Als mir Sebastian sagte, dass er ein Bluesrock/Hardrock Album für mich zum Reviewen hätte, war ich sofort hellhörig. Denn ich stehe in letzter Zeit einfach auf diese Musik. Ich habe auch kein Problem damit, dass es das häufig schon Mal so ähnlich vor rund 40 Jahren gab. Diese ganze Diskussion ist mir zuwider. Sollen die Bands denn heute nur noch Metalcore oder Djent spielen, weil es das vor ein paar Jahren noch nicht gab?

Gute Musik ist gute Musik, egal ob neu- oder altmodisch. Klar, es ist schon auffällig, dass in letzter Zeit die Musik der 70er wieder ein stärkeres Revival erfährt, sei es nun Hardrock, okkult angehauchte Dinge, Psychedelic Rock oder Blues Rock.

Auch Zodiac kommen auf dieser Schiene daher und sind doch so anders. 2010 aus der Taufe gehoben formierte sich die Truppe um den Schlagzeuger von Long Distance Calling, Janosch Rathmer, den Sänger und Gitarristen Nick van Delft,  Stephan Gall (Gitarre) und Robert Kahr (Bass, Orgel).

Die Vorschlusslorbeeren, die sie für ihr 2011er Demo erhalten hatten (u. a. ‚Demo des Monats‘ im Rock Hard und in der Visions), waren völlig verdient, denn mit ihrem Debütalbum zeigen sie vollends, was für tolle Musik sie spielen können.

A Bit of Devil“ ist das perfekte Album für einen Sommerabend: Im Supermarkt einen guten Whisky kaufen, ins Auto steigen, die CD einlegen, Fenster runterkurbeln und bei Vollgas die ersten beiden Songs genießen, dann wird auf die Bremse getreten und sich zum Sonnenuntergang mit einem Glas des gerade erworbenen Whiskys auf die Terrasse gesetzt und dazu „Blue Jean Blues“ gehört. Wie verdammt relaxt kann ein Song denn bitte sein? Wahnsinn, wie cool diese Interpretation des ZZ Top-Songs rüberkommt. Besser kann ein Tag kaum ausklingen.

Allein nach den ersten drei Songs sieht bzw. hört man schon, wie abwechslungsreich und spannend dieses Album geworden ist. Acht Songs, acht Volltreffer: Ob nun die Ohren durchgespült werden mit „Carnival„, ob es etwas nachdenklicher wird wie bei „Thunder“ oder ob es etwas ausladender sein darf wie beim fantastischen, zehnminütigen Rausschmeißer „Coming Home“, wo Sänger und Gitarrist Nick van Delft seine tolle Leistung auf diesem Album noch mal krönen darf.

Beim Genuss dieses Albums kam für mich auch ein Gefühl dazu, dass ich nur schwer in Worte fassen kann: Zodiac schaffen es ‚retro‘ zu klingen, ohne ‚retro‘ zu sein. Man hört ganz klar die Wurzeln der Musik, aber man hört dennoch jederzeit, dass es ein frisches und aktuelles Album ist. Das ist etwas, was nur wenige Bands im Moment zu leisten imstande sind.

Fazit: Die Jungs beherrschen ihre Instrumente, der Gesang ist ausdrucksstark und hat Charakter, das Songwriting ist überdurchschnittlich und frei von abgeschmackten Plattitüden wie man sie leider viel zu oft in letzter Zeit hört. Kurz: ein ganz starkes und wunderbar eigenständiges Album. 

Wie am Anfang bereits geschrieben höre ich ja gerne diese Musik, die in den 70ern verwurzelt ist. Aber in letzter Zeit war kaum eine Band dabei, die so gut den 70er Vibe in die Neuzeit bringen konnte. Absolute Hörempfehlung für diesen Sommer.

 

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VÖ-Termin: 25.05.2012

Homepage: zodiac-rock.bandcamp.com / Facebook

Spielzeit: ca. 48 Minuten

Trackliste:

1. A Bit of Devil

2. Carnival

3. Blue Jean Blues

4. Assembly Line

5. Horror Vision

6. Thunder

7. Diamond Shoes

8. Coming Home