Review: Deine Eltern – Ok Kaffeevollautomat

Da kam dies Album bei mir an, OK Kaffeevollautomat, mit einem Kunstzitat als Untertitel.
Leci n’est pas une Kaffeevollautomat, so steht es dort geschrieben.
Doch was möchte Deine Eltern hier von uns, ausser uns mit ihrer Musik zu unterhalten ?
Erstmal zum Album.
Es ist gebrannt, doch der Rohling kann sich sehenlassen, im Vinyllook kommt die Platte daher, passt.
Zwölf Songs haben Deine Eltern hier auf die Scheibe gepackt, eine Scheibe, welche oft recht rockig daherkommt, Deutschrock, weniger Punk, aber auch.
Mit Anspruch, der Versuch Kunst zu kreieren, der hier und dort gelingt, manchmal ein wenig gezwungen wirkt, hier und dort an die Ärzte und Blutjungs mich erinnert.

Textlich überzeugend, manchmal merkwürdigt, wie Söugling anstelle des Wortes Baby zu verwenden.
Darüber stolpert der Hirn, beim hören, damit habe ich so nicht gerechnet.
Das finde ich aber gut, so bleibt die Aufmerksamkeit, im Detail einfach mal nicht machen was das Gehirn erwarten würde.

Musikalisch sind Deine Eltern auf dem Album recht verschieden, abwechslungsreich, ungewohnt, um es mal so zu sagen.
Thematisch, wie musikalisch, denn wer geht einen Song wie Spielhallenaufsicht an ?
Alleine die Idee ist genial, dann noch die mehr als passende Umsetzung, welche am Ende sich als Ohrwurm manifestiert und festsetzt.

Ansonsten liefern Deine Eltern hier ein rockiges, teilweise punkiges Album ab, welches aber auch gut in die Deutschrock-Ecke geht, oder Krautrock, oder wie sich diese Richtung in den wilden siebziger Jahre nannte.
Das Spektrum ist breit, Deine Eltern gehen das hier ganz locker an, wie die Spielhallenaufsicht im gleichnamigen Song.
Wer nun Punk erwartet, der wird sicher enttäuscht sein, wer aber das ganze offen angeht dem werden ein paar geniale Songs präsentiert werden.

Mein Fazit: Wer Deine Eltern noch nicht kennt kann sie einfach kennenlernen, all ihre Alben sind auf der Webseite der Band kostenfrei zum runterladen vorhanden.
Die Songs, der Stil, die Stimme, die Musik, all das was Deine Eltern ausmacht ist auf jeden Fall Geschmackssache.
Ob der Gesang gefällt, der Humor, die Texte, all das kann die Gemüter spalten.
Der eine, wie eben ich, finde es gelungen, genial, witzig und originell, andere können und dürfen dies alles natürlich total daneben finden.
Aber mal ehrlich, mein Humorlevel wurde schon mit dem Artwork und dem Untertitel geknackt und wer einen Lied über den ersten Arbeitstag als Spielhallenaufsicht dermaßen genial umsetzt, der hat meinen Geschmack damit getroffen.
Also, runterladen, reinhören und bei gefallen Deine Eltern abfeiern.

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Tracklist
01. Armstrong
02. Spielhallenaufsicht
03. Stromfreier Sonntag
04. Ein Nachmittag im Leben einer weltberühmten Filmschauspielerin
05. D T G
06. Marlboro Menthol
07. hello again
08. Koblenz
09. los lauf, kleiner Vogel
10. Lied Buch Film
11. Obstsalat fürs Wochenende
12. Avatar

Erscheinungsjahr
2011

Label
Eigenvertrieb

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