REVIEW: Gary Moore – Blues for Jimi

Ein Meister der Gitarre zollt einem anderen Meister der Gitarre Respekt wie das nur ein wahrer Meister an der Gitarre kann. Ich glaube so kann man das ganz gut zusammenfassen was man auf „Blues for Jimi“ geboten bekommt.

Erschienen auf allen gängigen Medien (MP3, CD, Vinyl, DVD und Blu-ray), gibt es die Aufnahme eines Konzertes aus dem Oktober 2007 im Londoner Hippodrome zu hören bzw. sehen. Es war damals der Auftakt für das „Jimi Hendrix Live at Monterey“ Programm. Ungefähr 74 Minuten lang zollt Gary Moore Jimi Hendrix Tribut, gemeinsam mit Dave Bronze am Bass und Darrin Mooney am Schlagzeug. Die Freude an den gespielten Stücken sieht man Moore richtig an und er interpretiert sie so, dass man sie auch noch immer als Hendrix Songs erkennen kann. Das soll heißen, dass Moore hier keinen Bluesrock abliefert, sondern sich sehr an der Interpretation von Hendrix orientiert, dem ganzen jedoch bei seinem Gitarrenspiel eine leichte Note Blues beimischt (Besonders bei „Red House“ zu bewundern).

Für drei Songs, mit zusammen rund 26 Minuten Spielzeit, bekommt Gary Moore von Mitch Mitchell und Billy Cox Unterstützung. Das ist natürlich gerade für Hendrix-Fans eine besondere Freude, denn der, rund ein Jahr nach der Aufnahme verstorbene, Mitch Mitchell, war früher schon bei der Jimi Hendrix Experience als Schlagzeuger aktiv und der Bassist Billy Cox ist das letzte noch lebende Mitglied sowohl der Jimi Hendrix Experience als auch der Band of Gypsys (Vielleicht kurz zur Erklärung für Hendrix-Neulinge: Jimi Hendrix Experience und Band of Gypsys waren die beiden Begleitbands von Jimi Hendrix).

Etwas mager fällt leider die Ausstattung von DVD und Blu-Ray aus, denn hier gibt es keinerlei Extras, sondern nur die reine Konzertaufnahme. Das ist natürlich etwas ärgerlich, denn zum Beispiel ein kurzes Interview mit Mitchell oder Cox über ihre Zeit mit Hendrix wäre gewiss interessant gewesen. Das mindert aber natürlich nicht die Qualität der eigentlichen Hauptsache, nämlich der Konzertaufnahme. Auch wenn der Sound nicht 100% perfekt ist, so kann man damit dennoch ganz gut leben und Hendrix oder Moore Fans werden gerne zugreifen. Die Kameraführung ist angenehm unaufgeregt und auch irgendwelche störenden Effekte bekommt man nicht zu sehen. Einen ersten Eindruck könnt ihr euch gerne im unten verlinkten Konzertopener „Purple Haze“ machen.

FAZIT: Ich hatte erst Sorgen, denn meistens ist es ja so, dass nach dem Tod eines Künstlers, bei der Flut an posthumen Veröffentlichungen auch einige Nieten dabei sind. Im Falle von Gary Moore zählt „Blues for Jimi“ auf jeden Fall nicht zu den Nieten, sondern zeigt noch einmal die ganze Genialität des Nordiren an der Gitarre, der leider im vergangen Jahr viel zu früh verstorben ist. Wer also mit Hendrix oder Moore etwas anfangen kann, der sollte auf jeden Fall zugreifen. Enttäuscht wird man auf keinen Fall, denn es gab vermutlich keinen geeigneteren Gitarristen auf der Welt, der es mit Hendrix hätte aufnehmen können, als Gary Moore.

PS: Ich habe mir übrigens die DVD-Version gekauft, denke aber, dass meine Meinung auch für die anderen Medien gültig ist, denn es gibt ja bei keiner Version irgendwelche Extras oder Besonderheiten.

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Spielzeit: ca. 74 Minuten

Trackliste:

01. Purple Haze
02. Manic Depression
03. Foxy Lady
04. The Wind Cries Mary
05. I Don’t Live Today
06. My Angel
07. Angel
08. Fire
09. Red House     (feat. Mitch Mitchell & Billy Cox)
10. Stone Free     (feat. Mitch Mitchell & Billy Cox)
11. Hey Joe           (feat. Mitch Mitchell & Billy Cox)
12. Voodoo Child (Slight Return)

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