Review: ORCHID – Heretic (EP)

Die Fußstapfen der frühen Black Sabbath sind im Moment ziemlich gut durch die US Amerikaner von Orchid ausgefüllt. Dazu gibt es dann noch eine Prise Trouble, Penance oder Pentragram und nicht nur Anhänger des frühen Doom Metals sind glücklich.

Mit ihrem Debütalbum Capricorn hat die Band aus San Francisco bereits im vergangenen Jahr ordentlich Staub aufgewirbelt und damit dieser Staub keine Zeit hat um sich wieder zu legen, wird nun die EP „Heretic“ hinterhergeschoben. „Heretic“ ist auch gleichzeitig das Debüt der Band bei Nuclear Blast nach ihrem Wechsel von The Church Within Records.

Bevor wir dazu kommen, wie ich die EP so finde, sollten wir vielleicht zur Veröffentlichung an sich kommen: Die EP kann man digital u.A. bei iTunes und Amazon als Download erwerben. Dann bekommt man die drei Songs „Heretic„, „Falling Away“ und „Saviours of the Blind„. Wenn man lieber etwas in den Händen hält, dann gibt es sie bei Nuclear Blast (scheinbar exklusiv, ich hab zumindest nirgendwo sonst eine Bezugsmöglichkeit gefunden) zusätzlich mit dem bereits vom Debüt Orchid bekannten Song „He Who Walks Alone„, entweder als Mini-CD-Digi oder als 10“ Mini-LP.

Ich habe mir die Downloadvariante via iTunes geladen. Da gab es immerhin noch das Booklet als PDF dazu (sehr vorbildlich, sollte es noch häufiger geben). Qualitativ machen Orchid eigentlich genau da weiter, wo sie mit Capricorn aufgehört hatten. Man spürt förmlich den Geist der 70er Jahre aus dem Boxen kriechen und das sehr schicke Cover und Booklet tragen sein übriges dazu bei. Die Musik ist schön düster und hat etwas hypnotisches, dass einen gleich gefangen nimmt. Der Gesang ist vielleicht am Anfang etwas ungewöhnlich, wenn man die Band noch nicht kennt, aber das gibt sich dann doch relativ schnell nach einer Weile. Falling Away und Saviours of the Blind beginnen etwas ruhiger als der Titelsong, aber ich finde sie unheimlich schön und spannend aufgebaut, man wird wirklich hineingezogen, wenn die Songs langsam auf ihren Höhepunkt zusteuern. Bei „Falling Away“ kann man gar eine Anspielung auf Blue Öyster Cult erahnen.

Fazit: Wer mit der aktuellen Retrowelle eh nicht viel anfangen kann und wer eher Innovationen erwartet, den kann bestimmt auch diese EP nicht auf die gute Seite ziehen. Wer aber schon Freude am Debütalbum hatte und guten, an den 70ern orientierten, Doom Rock/Metal hören will, der bekommt hier einen schönen Appetithappen, der die Wartezeit auf das nächste Album auf angenehme Weise verkürzt.

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was zum Reinhören:

Homepage: orchidsf.com

VÖ: bereits erhältlich

Tracklist:

  1. Heretic
  2. Falling Away
  3. Saviours of the Blind
  4. He Who Walks Alone*

*nicht bei der Downloadversion enthalten, Song ist vom Album Capricorn

Spielzeit:

-Variante mit 3 Songs ca. 20 Minuten

– Variante mit 4 Songs ca. 26 Minuten