Review: Chrashdiet – Savage Playground

Vor einiger Zeit hatten wir vom biotechpunk eine Flyeraktion mit dem Streetteam von Chrashdiet, was liegt also näher als einen Fan der Band, eine Unterstützerin in das Album reinhören und eine Plattenbesprechung dazu verfassen zu lassen ?

So ist es geschehen, Anna V., 22, Design Studentin & passionierte Musikanten-Unterstützerin hat sich dem Album Savage Playground angenommen und ihre Meinung zu den gehörten niedergeschrieben.

Wer nun wissen möchte was Anna so im Bereich Design und Grafiken macht, für den gibt es ihre Möglichkeit die Facebook Seite Viper //Graphic Design & Illustration zu diesem Thema zu besuchen und dort den Facebook-Daumen nach oben zeigen zu lassen.

Aber nun genug der Vorworte, auf geht es zur Plattenbesprechung

Crashdietpromo-1Das erste Zweite

Zum ersten mal in ihrer nun doch schon etwas längeren Bandgeschichte haben CRASHDIET ein zweites Album mit dem gleichen Sänger aufgenommen.
Das erste Zweite, und das Zweite ist ja immer so ein make-it-or-break-it Ding.
Obwohl es ironisch scheint bei einer Band wie Crashdiet (die es eigentlich längst etabliert ist und trotz aller Widrigkeiten nie aufgegeben hat) von „make-it-or-break- it“ zu sprechen, waren da im Vorfeld Zweifel.
Schaffen sie es Generation Wild zu toppen?
Können sie sich entwickeln?
Haben sie noch etwas zu sagen, wenn sie nicht mehr die „Wir machen trotzdem weiter“-Truppe sind?
Es gibt nicht mehr den „fürs erste Super“-Bonus, und keine Chance auf nachsehen mehr weil, der Neue am Stimmband vielleicht noch nicht richtig dazu gehört.

Nach mehrmaligem Anhören kann man alle Fragen mit Ja beantworten. Allein die Tatsache, dass der einzige Vergleich, der mir manchmal noch einfällt „klingt wie Crashdiet“ lautet, zeigt, was für einen einzigartigen Sound die Gruppe in den letzten Jahren entwickelt hat.

Sicher, hier und da wird Tribut gezollt, an Skid Row, Mötley Crüe und Ratt, und so einiges kommt einem vage bekannt vor, doch woher?
Aber The Savage Playground klingt wie Crashdiet es eben tun, immer ein bisschen auf der Hut, immer mit Spannung, immer bereit zurückzuschlagen.
Eingängige Melodie versus hammer Riffe, nachvollziehbare Thematik ohne flach zu werden.
Die Prise Melancholie in den fröhlicheren Songs macht das Glücksgefühl nur intensiver, so wie die Prise Salz den Kuchen besser macht.

crashdietpromo-2Wie auf Generation Wild verfolgt man ein „etwas für alle“ Konzept, mal härter, mal fast schon Radio Rock, mal Blues, mal ein Metal Riff.
Simon Cruz zeigt völlig neue und teilweise unverhofft detailierte Nuancen in seiner Stimme, klingt auf jedem Song irgendiwe anders und erstaunt einen mit seiner Vielseitigkeit.
Dabei ist das Songwriting reifer, die einzelnen Bestandteile mehr aus einem Guss.

Wo der Vorgänger teilweise noch fast wie ein Sampler wirkt, werden hier Lücken geschlossen und am Ende bleibt eine Scheibe mit 13 verdammt guten hardrock Songs. Crashdiet sind erwachsen geworden, und haben einiges zu sagen.
Normalerweise sollte ein Album Review dem Leser ja einen Eindruck vermitteln wie das Teil denn nun eigentlich klingt. Da mir, wie gesagt, oft einfach die Vergleiche fehlen, finde ich dies sehr schwer.

Ich kann nur jedem, der sich in seiner Musikauswahl nicht auf Genrenazismus versteift hat und (Hard)Rock Musik mag, empfehlen, in die Scheibe mal reinzuhören und die Truppe in keine Schublade zu stecken, nur weil sie mit toupierten Haaren auf die Bühne gehen.
Ich würde sogar soweit gehen, sie als gerocktes Geschenk für zu bekehrende Musikbanausen zu empfehlen.
Crashdiet Fans kommen sowieso auf ihre Kosten.

Anspieltips: Anarchy, Lickin‘ Dog, Excited, Garden of Babylon

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CrashdietTracklist
Change The World
Cocaine Cowboys
Anarchy
California
Lickin’ Dog
Circus
Sin City
Got A Reason
Drinkin’ Without You
Snakes In Paradise
Damaged Kid
Excited
Garden Of Babylon

Erscheinungsdatum
25.01.2013

Label
Frontiers Records

Besetzung
Martin Sweet – guitar
Peter London – bass
Eric Young – drums
Simon Cruz – vocals

Weblink
http://www.crashdiet.org/