Review: Träumen von Aurora – Rekonvaleszenz

Träumen von AuroraZack, geht es direkt mit dem ersten Song los, ohne Vorspiel, ohne Intro oder solchen Sachen, direkt rein in das Getümmel, hineingestürzt zu dem Phönix und seiner Asche.
Das Album, es geht direkt los, keine Gefangenen, wie es scheint, werden hier genommen.
Kein Vorspiel, kein Intro, wie wir es so oft gewohnt sind, sondern mit der puren Energie eröffnet die Band träumen von aurora ihre Veröffentlichung die insgesamt nur fünf Songs umfasst.
Doch wer nun glaubt das mit fünf Songs sehr wenig hier auf der Veröffentlichung vertreten sind, der liegt falsch, der sollte einen Blick auf die Länge der Lieder werfen.
Von der Spielzeit her werden wir also recht gut bedient, wie ich finde, wobei es weder auf die Länge der Spielzeit einer Veröffentlichung, noch auf die Menge der Lieder einer Platte ankommt, sondern ob sie mir gefällt oder eher weniger.
Was bringen mir siebzig Minuten Musik die mir nicht zusagen? – Daher können diese Punkte nur zweitrangig als Maßstab angelegt werden.

Doch zurück zu träumen von aurora, die mit Rekonvaleszenz hier aufwarten.
Wo der erste Song es nicht abwarten konnte loszulegen, da zieht er sich danach doch ein wenig in die Länge, zieht und zögert es hinaus, fordert und driftet in die Monotonie, wie sie schon mehr als passend zum Artwork mir erscheint.

So geht es dann auch direkt im zweiten Song weiter, tragend, schleppend, plätschernd, abwartend, bis es dann loslegt, nicht rasend, aber kraftvoll.

Ganze fünf Lieder befinden sich auf dem Album, doch was auf den ersten Blick nach wenig aussieht wird hier musikalisch, auch von der Spielzeit der Lieder, aufgwogen.
Ich schrieb eben schon das es nicht nur auf die Spielzeit ankommt und das trifft auch bei diesem Album ins Schwarze.

Hinter dem schlichten, aber mehr als passenden Artwork verbergen sich fünf Black Metal Perlen, wenn man es denn so nennen kann und darf, die nur darauf warten entdeckt und gehoben zu werden.
Perlen die nicht mit Glanz aufwarten, die aber dafür eine Komplexitiät mit sich bringen die es zu entdecken, zu erkunden gilt.
Eine Welt in die wir eintauchen und abdriften können und dürfen.

Mein Fazit: träumen von aurora liefert hier schleppenden, tragenden, sich ziehenden Black Metal ab, der nicht so sehr auf Geschwindigkeit oder abstrakte Spielereien setzt, sondern auf die Trägheit, auf die Monotonie, auf Zeit und darüber versucht Gefühle umzusetzen und bei dem Hörer hervorzurufen.
Wir werden, sollten wir uns auf das Album hier einlassen, in eine Welt mitgenommen, wir dürfen eintauchen, uns umsehen, ein wenig verlaufen vielleicht.
Wir werden zurückgelassen, dürfen träumen, erkunden und uns umsehen.
Was wir am Ende dabei mitnehmen, das gehört herausgefunden.

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Tracklist
01. phönix und asche (05:39)
02. im morgengrauen (06:10)
03. der sommerregen auf asphalt (12:04)
04. orion 2.1 (08:06)
05. was einst im wind der wälder lag (14:38)

Erscheinungsdatum
10 Mai 2013

Label
Trollzorn