Review: Milanku – pris à la gorge

MilankuFünf Jahre sollen schon ins Land gegangen sein seid der letzten Veröffentlichung von der Band aus Montréal.
Diesen Zeitrahmen muss ich nun der Plattenfirma einfach glauben, sie wird es sicher am besten Wissen, denn ich kenen ich die Band bisher noch nicht, daher ist diese Veröffentlichung mein erster Kontakt mit Milanku.
Acht Lieder befinden sich auf dieser LP, welche über fünfzig Minuten Spielzeit hat und daher als Doppel-LP daherkommt.

Ganz ruhig geht das Album los, um kurz darauf in Krach loszubrechen, wobei die ruhige Melodie weiter durch das Lied bestehen bleibt.
Ein interessanter Ansatz und Einstieg in diesen Tonträger.
Der Sound wird durch diesen Ansatz ein wenig verstörend, melancholisch kommt das ganze rüber.
Auch im nächsten Song wird dieser Weg beschritten, ein ruhiges Lied beginnt, eine kleine Melodie, die sich dann steigert um später in einer Wand aus Gitarren und damit Krach aufzugehen.

Nach dem dritten Song in diesem Aufbau wird es dann zwar ein wenig vorhersehbar, aber das Konzept hat sich damit nicht überholt, nicht überflüssig gemacht, denn was Milanku in ihren Songs machen ist trotz der offensichtlichen Ähnlichkeit eine gelungene Sache um die Stimmung zu erzeugenen, steigern und aufzubauen.

Stimmung ist hier auch genau das richtige Stichwort, denn die Band und diese Veröffentlichung lebt die Stimmung, arbeitet mit dieser, erzeugt Stimmungen und Gefühle, um diese dann stehen zu lassen.
Der Hörer bleibt damit in einer Klangwelt, bekommt Töne, Gefühle mitgegeben, darf diese benutzen und verwerten.

Wer von der Genrebezeichung Postrock und Posthardcore verschreckt sein sollte den kann ich beruhigen, hier gibt es weder Rock noch Hardcore, auch keinen weichgekochten Metalcore zu hören, die Band interpretiert den Begriff „Post“ richtig als lateinische Vorsilbe für „nach“.
Es ist alles ein Schritt weiter, die bekannten Genregrenzen vor Rock- und Hardcore überschritten und damit einen Schritt weiter gegangen.

Mein Fazit: Die Grenzüberschreitung gefällt mir, vor allem weil Milanku hier dies nicht machen um allen zu zeigen das sie es gemacht haben, sondern es klingt wie gewachsen, ohne gestellt zu wirken.
Wahrscheinlich wird nun ein zufälliger Hörer hier das so nicht erkennen, denn dann kann es auch wie Krach mit Melodie klingen, doch wenn man genauer hinhört lässt sich erkennen was Milanku hier gemacht haben, den Schritt über die Genregrenzen hinaus.

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Tracklist
1. La Chute
2. L’inclination
3. Inhibition
4. Antalgie
5. La nausee
6. Dopamine
7. Hypomanie
8. Antigone

Erscheinungsdatum
01.05.2013

Label
Moments of Collapse Records

Auflage
300 Stück auf schwarzem Vinyl