Im Gespräch mit Kitty Casket

Kitty in a casketLange hat es gedauert, dieses Interview mit Kitty in a Casket. Nicht dieses Interview hier als solches, doch hatten wir schon mal ein paar Fragen ausgetauscht, doch ist daraus nie ein fertiges Interview geworden.
Nun hat die Band seit einigen Monaten ein Album draussen und im Zuge dessen haben wir es nochmal mit einem kleinen Interview versucht.
Das Ergebnis dieses Versuches könnt ihr nun hier unten lesen.
Anzumerken ist natürlich noch das wir die Fragen vor einer US-Tour der Band gestellt haben und nun die Antworten nach dieser Tour bekommen.
Das kann beim Lesen vielleicht den gedanklichen zeitlichen Kontext ein wenig durcheinander bringen, doch glaube ich daran das ihr das schon alles verstehen könnt.
Nun aber viel Spaß mit dem kleinen Interview mit Kitty Casket von Kitty in the Casket.

btp: Hallo zusammen.
Seit einigen Monaten ist euer neues Album Bittersweet draussen, wir haben es im biotechpunk vorgestellt und einige Leckerbissen auf diesem Album entdecken dürfen.
Doch neben diesem neuem Album ist in der Band selber auch einiges passiert, so habt ihr einen weiteren Gitarristen, einen neuen Kontrabassisten.
Wie hat es sich so mit der Band entwickelt, wie ist es passiert das Kitty In A Casket die Besetzung gewechselt und dazu noch um ein Mitglied gewachsen ist?

Kitty Casket: Ich muss ehrlich sagen, dass wir schon seit unserer Gründung einen zweiten Gitarristen mit im Boot haben wollten, da unsere Songs auch für zwei Gitarren aufgebaut sind und es live mit einem immer schwer war den gewünschten Druck zusammen zu bekommen.
Mit zweitem Gitarristen ist zwar einiges logistisch schwerer, aber der Sound und das Bandgefüge um Welten besser.
Wir haben uns auch bewusst Zeit mit dem Zuwachs gelassen, damit wir nicht einfach einen zweiten Gitarristen dabei haben, sondern ein Bandmitglied, wo menschlich und auch musikalisch alles zusammen passt.
Wie schon richtig gemerkt, hat sich auch an der Bassfront etwas getan: hier begleitet uns nun schon seit fast zwei Jahren Tom Mooner.
In diesem Line-Up fühlen wir uns alle sehr wohl und der Bandzusammenhalt und das Bandgefüge ist so stark wie nie.

btp:Ihr habt zum neuem Album wieder mal die Plattenfirma gewechselt, was ist der Grund?
Ich dachte eigentlich, dass ihr mit Wolverine Records ein großes Label an der Hand habt, aber vielleicht ist die Plattenfirma für mich aus Düsseldorf einfach nur ein großer Begriff weil sie hier aus der Stadt kommen.
Oder ist es einfach der Grund dass ihr immer nur eine Plattenfirma für ein Album habt und dann mal guckt wie es weitergeht?

Kitty in a Casket - Back to ThrillKitty Casket: Da wir in jedes Album eine Menge Arbeit, Zeit und Herzblut stecken versuchen wir natürlich auch das best mögliche damit anzustellen.
In diesem Fall haben wir uns trotz einer sehr guten Zusammenarbeit mit Wolverine für ein anderes Label mit anderem Vertrieb entschieden, um einen weiteren Schritt zu wagen und möglich zu machen.
Mit Better Than Hell und dem Edel-Vertrieb haben wir hier den perfekten Partner gefunden.

btp: Bei eurem jetzigen Label scheint mir die Werbemaschinerie ganz gut zu laufen.
Ich lese auf diversen Plattenformen, von Magazinen bis zu den verschiedensten Online-Zines über euer neues Album.
Die Promotion scheint hier recht gut zu funktionieren, oder landen die Meldungen einfach mehr in meinen Kanälen weil mehr auf Online-Zines gesetzt wird?

Kitty Casket:Ich denke, diese Antwort kann man gut mit der letzten verbinden und muss wirklich sagen, dass unser neues Label auch ganz neue Wege der Promotion mit sich gebracht hat.
Wir sind sehr zufrieden über den ganzen Output.

btp: Wer euer, vor allem Kitty Facebook-Seite folgt wird sicher gesehen haben dass ihr einige Zeit in den USA wart.
Handelt es sich hierbei um eine Hochzeitsreise, oder dergleichen oder war dies einfach eine Rundreise durch die Vereinigten Staaten?

Kitty Casket:Wir sind wahrscheinlich einfach nur USA verrückt.
Es war ein lange ersehnter Urlaub nach dem Writing Prozess, den wir uns glaube ich wirklich verdient hatten.

btp: Hat diese Reise irgendwelche Auswirkungen auf Bittersweet genommen, sind irgendwelche Erfahrungen und Eindrücke mit in dies Album eingeflossen und wurden vielleicht gar Kontakte geknüpft damit ihr dort auf Tour gehen konntet.

Kitty Casket:Bittersweet lag zu dem Zeitpunkt schon fertig auf und wir konnten wirklich unsere Seele baumeln lassen und nur an Erholung denken und relaxen.

btp:Ferner wart ihr bald darauf wieder drüben. Diesmal auf Tour. Wie ist es zu diesem Ereignis gekommen?

Kitty Casket: Wir haben schon lange mit dem Gedanken gespielt in Amerika zu touren. Als uns dann „The Returners“ als Headliner mit auf ihre Tour nehmen wollten, kam uns das natürlich genau recht. Es hat sich einfach super angeboten, weil wir organisatorisch alles abgeben konnten.

btp: Könnt ihr von der Band eigentlich leben, oder müsst ihr für die USA-Tour, als Beispiel mal, alle Urlaub einreichen um dort mitzumachen?

Kitty Casket: Momentan stehen wir alle noch im „normalen“ Berufsleben und mussten auch teilweise viel Überzeugungsarbeit leisten um 6 Wochen auf Tour gehen zu können. 😉
Aber zum Glück haben wir alle relativ coole Vorgesetzte und konnten es somit auch verwirklichen.
Klar ist unser Ziel auch einmal nur von der Musik leben zu können, aber vorerst ist es quasi 50% Musik und 50% Alltagsjob.

btp: Wie seid ihr eigentlich zu dem gekommen was ihr jetzt macht, aus musikalischer Sicht?
Gibt es musikalische Vorbilder und Einflüsse, oder hat es sich einfach so ergeben, durch das Zusammenspiel, das ihr zum Sound und Stil von Kitty in a Casket geworden seid?

kittyinacasket hallowienKitty Casket: Billy und ich sind vorrangig für das Songwriting zuständig und ich kann nur sagen, dass mich selbst die Erfahrung der letzten Jahre aus musikalischer Sicht zu dem jetzigen Punkt gebracht haben.
Man lernt über die Jahre im Biz etliches dazu und reift auch in dem was man macht und entwickelt sich weiter. Ich denke, es geht allen Musikern so.
Bei mir fließt vor allem auch mein Leben und meine Erlebnisse in das Songwriting ein.
Ich kann hier nicht sagen, dass ich irgendwelche speziellen musikalischen Vorbilder habe, die mich sehr stark beeinflussen, sondern die Breite an Musik die ich höre.
Hier sind Billy und ich eigentlich recht ähnlich und wir sind daher im Songwriting ein gutes Team.

btp: Gibt es irgendwelche Bands und Platten die ihr empfehlen könnt, vor allem wenn man sich darüber über euren Background informieren möchte?

Kitty Casket: Phu,.. also ich kann nur sagen, dass es echt schwer ist, da ich ein sehr breites Spektrum an Musik höre und gut finde, aber prägend für mich sind vor allem Bad Religion, NOFX, No Doubt, Misfits und The Cure.

btp: Gibt es in Wien, woher ihr kommt, eine Rockabilly Szene, oder anderweitig Möglichkeiten für euch?

Kitty Casket: Wir spielen hier vor allem auf Festen, die für die Allgemeinheit gedacht sind, so haben wir heuer zum Beispiel am Nova Rock Festival (mit Kiss, Papa Roach, Paramore, 69 Eyes, uvm.) oder auf dem größten Studentenfest, dass es hier in Wien gibt „Der Hörsaal wird verlegt“ gespielt.
Aber man muss sagen, dass es hier auch eine gute Rockabilly Szene gibt, wobei unsere Musik nicht 100%ig in die Rockabilly Szene hineinfällt.

btp: Ihr habt hin und wieder deutschsprachige Songs auf euren Alben, habt ihr euch hierfür bewusst entschieden, oder passt es einfach zu dem Song, das ihr hier einen deutschsprachigen Text verwendet habt?

kitty in a casket - Horror ExpressKitty Casket:Eigentlich wollte ich nie wieder einen deutschen Song machen,… weil es für mich einfach schwieriger ist Texte zu schreiben, die nicht blöd klingen.
Aber bei den beiden deutschen Songs am Album hat das alles ziemlich leicht funktioniert.
Eingebung sozusagen. Und im Endeffekt bin ich auch super stolz darauf, dass wir wieder deutschsprachige Tracks dabei haben.

btp: Ich weiß nicht ob euch die Band Crematory bekannt ist, jedenfalls spielen sie in einer anderen musikalischen Schublade, doch haben sie auch mal deutschsprachige Lieder auf ihren Alben gehabt und dann nach einiger Zeit mal ein komplettes Album auf Deutsch rausgebracht.
Könntet ihr euch sowas auch vorstellen, also ein komplettes deutschsprachiges Album, oder passt euch es lieber das die Lieder auf Englisch sind, vor allem weil sie dann quasi Weltweit verstanden werden?

Kitty Casket: Aus jetziger Sicht kann ich es mir nicht vorstellen jemals ein Album nur auf Deutsch zu schreiben, aber sag niemals nie.

btp: Um von der Musik nun mal einen Schritt wegzugehen, gibt es noch andere Dinge die euch interessieren?
Hobbys zum Beispiel, Modeleisenbahn, oder vielleicht irgendeine Sportart der ihr nachgeht, oder vielleicht als Fan eines Vereines?
Gibt es einen Fußballverein der euch interessiert, oder ist das nicht so eure Welt?

Kitty Casket: Hui, wo fange ich da an?
Ein Großteil der Band ist recht Sportinteressiert und macht auch selbst gerne Sport.
Unser Drummer ist z.B. ein echt guter Radfahrer und war lange Zeit auch im Fußball selbst am Feld.
Billy steht mehr auf American Football und fiebert dort mit.
Tom liest gerne, Todd spielt Tennis und ich persönlich geh gerne laufen.

btp: Zieht ihr das Rock’n’Roll Ding auch im Alltag durch, mit Kleidung, Wohnungseinrichtung oder passenden Fahrzeugen?
Habt ihr szenentypische Fahrzeuge, Autos oder Motorräder?

Kitty Casket: Natürlich müssen wir uns teilweise auch an die Arbeitsbedingungen anpassen, aber fern von diesem leben wir unseren Stil natürlich auch.

btp: Kommen wir langsam zum Ende dieser kleinen Fragerunde.
Könnt ihr uns noch verraten was in Zukunft im Hause KIAC ansteht?

Kitty Casket: Für dieses Jahr haben wir noch einen krönenden Abschluss: das Weihnachtskonzert in Rheinberg mit Betontod.
Danach widmen wir uns wieder dem Songwriting, damit wir schnell wieder einen nachlegen können.

btp: Wollt ihr noch einen Gruß an die Leser da lassen?

Kitty Casket: Lieber Leser, falls ihr uns kennt: DANKE fürs Lesen des Interviews. Falls nicht: ebenfalls ein großes Dankeschön und schaut doch mal auf unserer Facebook Seite vorbei: facebook.com/kittyinacasket

btp: Damit danke ich euch für das Interview und wünsche euch viel Erfolg auf eurer Reise durch die Staaten.