Review: Broilers – Noir

BroilersDa ist es, das neue Album der Broilers,von manchen ersehnt, von manche beführchtet weil die Band von Album zu Album ihren Stil wechselt und dabei erfolgreicher wird.
Knapp zwanzig Jahre sind die Broilers unterwegs und haben ein paar Alben rausgebracht und sich von Album zu Album stilistisch gewandelt, wobei stellenweise Fans der alten Alben nicht mehr so ganz mitkommen.
Es wird kein einfacher Punk und Oi! mehr geboten, dafür immer vielschichtigere Musik, welche seit einiger Zeit auch immer mehr die breite Masse anspricht.
Ob es mir gefällt oder nicht steht hier nun aber eigentlich nicht zur Diskussion, aber eine Band die ich vor einigen Jahren noch im Düsseldorfer Haus der Jugend gesehen habe macht nicht nur die ehemalige Philipshalle doppelt voll sondern ist nun auch noch drauf und dran zwei mal den ISS Dome in Düsseldorf auszuverkaufen.
Nun denn, die Band spricht auch eine breite Masse an, erreichte diese nach dem sie erfolgreich eine andere Düsseldorfer Band, Die Toten Hosen begleiteten.
Gingen mit Santa Muerte in die Charts, liefen auf 1Live im Radio, der Weg, den es mit Noir zu beschreiten gibt war damit eigentlich abzusehen, auch das es weiter geht wenn die Broilers nun nicht allen mit dem Album vor dem Kopf stoßen werden, doch darauf ließ schon die Single nicht schliessen und siehe da, Noir steht auf Platz Eins in der Hitparade.

Doch vorweg komme ich hier noch einmal kurz zu einer anderen Sache.
Ich habe die Broilers als Oi! und Punk Band kennengelernt, die Alben von Anfang an auf Vinyl gekauft was auch nie ein Problem darstellte.
Müssen nun die Alben, ich meine bei der Santa Muerte war es auch der Fall, limitiert und als Sammlerstücke in den Handel kommen?
Und wenn dem so sein soll, warum kann es nicht dann noch eine Auflage ohne Limitierung geben?
Ich besitze alle Alben auf Vinyl, ich möchte das dies so bleibt und ich werde wahrscheinlich mir kein neues Album der Broilers kaufen wenn es dies nicht auf Schallplatte geben sollte.

Nun denn, Noir kann mich ein wenig mit der Musik der Band wieder versöhnen.
Es sind wieder mehr rockige Lieder auf dem Album vertreten, wenn auch nicht durchgehend und auch nicht mehr so Punk und so Oi! wie ich die Band kennengelernt habe und wie ich die Musik der Band schätzen gelernt habe.
Was soll ich nun machen? – Das beste draus, oder einfach nicht mehr die Broilers kaufen, nicht mehr hören, doch so leicht ist dem dann doch wieder nicht, denn die Band hat Charme, hat überzeugende Texte, nicht immer, aber recht oft und musikalisch geht es eben hier auch streckenweise in die rockige Richtung, wobei das poppige und auch der Schlager immer wieder vorhanden ist und durchscheint.
Oft werden diese, von mir so genannte Schlagermomente durch die Texte wett gemacht, nicht immer, manches kann ich mir einfach nicht anhören.
Aber im großen und ganzen ist das Album dann doch überzeugend geworden, überzeugender noch als sein Vorgänger, den ich eher für durchwachsen hielt.
So komplett Freunde werden diese Lieder und ich dann nicht, aber aus meiner Sicht ist die Band und deren Musik wieder auf Kurs, einfach weil die Lieder wieder rocken können.

Mein Fazit: Das Fazit habe ich gerade eigentlich geschrieben, doch hier noch mal die Zusammenfassung; Noir rockt streckenweise, hat sehr punkige Lieder, die überzeugen und aber auch die seit dem letzten Album vorhandenen poppigen Momente die steckenweise in den Schlager gehen.
Es sind große, rockige Lieder vorhanden, die mir mehr zusagen als die ruhigen und vor allem wird viel durch den Gesang und die Texte aufgewertet, was mich wahrscheinlich nicht ohne diesen überzeugen könnte.

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Tracklist
1. Ist da jemand?
2. Zurück in Schwarz
3. Wo es hingeht
4. Nur nach vorne gehen
5. Ich hol’ Dich da raus
6. Die Hoffnung stirbt nie
7. Wo bist Du (Du fehlst)?
8. Ich brenn’
9. Nanana (Ich krieg’ das hin)
10. Ich will hier nicht sein
11. Die Letzten (an der Bar)
12. Grau, Grau, Grau
13. Der Rest und ich
14. Irgendwo dazwischen
15. Das da oben (nur in Dir)
16. Gutes Leben

Erscheinungsdatum
2014

Label
People Like You Records

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