[Review] Die Realität muss sterben, damit wir leben können

Die RealitätDer Albumtitel dieses Samplers aus dem Hause Stajner Youth Entertainment könnte so auch der Titel eines Romanes sein, wobei ich die Anspiel auf den Song von Slime schon erkennen kann, doch in der Form wie der Titel hier nun ist würde er auch zu einem abgedreht und trashigen Roman, oder Film passen.
Oder eben zu einem Sampler wie diesen hier welcher nun den Titel trägt.
Auf dem Sampler gibt es einiges zu entdecken und es befinden sich auch einige Bands drauf welche ich sehr schätze, wie Always Wanted War, Oi!tercreme, Dv Hvnd, Kezza oder Loser Youth um nur ein paar der mir bekannten Gesichter hier zu nennen.

Doch wie soll ich nun an dieser Stelle eine Samplerbesprechung angehen? Track by Track wird recht viel, vor allem weil eine jede Band unterschiedlich ist und es damit sehr viel zu schreiben und lesen wird. Außerdem würde das den Spaß an dem Sampler selber nehmen.
Also wende ich mich einfach mal dem Sampler als ganzes zu, so wie ich solche Scheiben immer gehört habe, auch selber gemacht habe, zuletzt den Auf zum Tanztee Sampler.
Ich finde immer das sich solche Tonträger, also Sampler so zusammengestellt werden sollten das man sie wie eine Veröffentlichung hören kann. So habe ich immer versucht meine Sampler zu gestalten, mit einem Spannungsbogen, so das die Songs aufeinander folgend zusammenpassen und so höre ich auch Sampler gerne im Gegensatz zu lieblos zusammengestellte Werbezeitungsbeilagen. Wobei es hier auch sehr gute Beilagen gibt.

Nun gehört Die Realität muss sterben, damit wir leben können auf jeden Fall zu der Sorte der abgestimmten Veröffentlichungen. Ich kenne viele der Band nicht die hier vertreten sind, doch die Songs können mich überzeugen, auch in der Folge in der sie hier sich aneinanderreihen. Das passt zusammen, da macht mir das Musik hören Spaß.

Die Songs und Bands selber passen gut zusammen, die Auswahl wurde mit einem feinen Händchen durchgeführt und damit wurde, wie ich finde, hier ein Sampler erschaffen der nicht gleich in der Ecke landet sondern der dazu einlädt sich weiter mit ihm selber und den Bands die auf ihm vertreten sind zu beschäftigen.

Mein Fazit: Dieser Sampler ist nicht nur optisch sehr hübsch, er kann auch auf der musikalischen Ebene sehr überzeugen und bei mir voll punkten. Die Scheibe wurde sehr gut gemacht, die Songs aufeinander fein abgestimmt und musikalisch liegen die Bands mit mir auf einer Ebene und wissen zum größten Teil zu gefallen. Mal mehr mal weniger und auch wenn manchmal weniger so passen die Songs dann doch in den Rahmen der Veröffentlichung.
Was kann ich hier also sagen? – Es ist eine sehr schöne, sehr überzeugende, sehr unterhaltsame Veröffentlichung geworden, welche Stajner Youth Entertainment hier zum Auftakt rausgebracht hat. Ein Sampler welcher sich gut und gerne hören lässt und welcher neue Musik und neue Bands mich entdecken lässt. Gefällt mir.
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Tracklist
01. Ein gutes Pferd – Empire
02. FuckFX – Kleiner Finger
03. Gesamtscheiße: Scheiße – They Saved Hoffmanns Cock
04. Beate X Ouzo – Beatrix vs Transphobers
05. Brutale Gruppe 5000 – Dinosaurs Will Die
06. Saucesce – Bal Vampira
07. Mufasa Ozora – Frau Wolle
08. Gasvogel – Kopfkino
09. Pascow – Lettre Noir
10. Contra Real – Strandgut
11. Rampage Kids – Bauern gegen Mauern
12. Olde Pine – Delgrengo’s
13. Neon Bone – Rock’n’Roll Heart
14. Nitro Injekzia – Bez Tormozov
15. Trümmerratten – Deutschland raus
16. Oi!tercreme – Von einem, der auszog, Flensburg zu verlassen
17. Dv Hvnd – Restlos unterwältigt
18. Kezza – Drowning
19. Vladimir Harkonnen – Ticking Bomb Scenario
20. Kannibal Krach – Abiturensohn
21. Schrappmesser – Auf alles reimt sich saufen, zum Beispiel auf Bier
22. Bijou Igitt – Fallobst
23. Micha Benjamin – Kein Bock auf kein Bock
24. Loser Youth – Astro Punks Fuck Off
25. Notgemeinschaft Peter Pan – Die Zigarettenautomatin
26. PaddelnOhneKanu – Pop Anamur
27. LZA – Weltuntergang
28. Kommando Petermann – Die Briefe meiner Freundin
29. Turtle Rage – Work Sucks!
30. Always Wanted War – Jetsetpunx
31. Offensywa – Na zdrowie
32. Die Shitlers – Jede Stadt (hat die Punksbands, die sie verdient)
33. Kavalierstart – Kavalierstart
34. E-Aldi – Punk lebt weiter

Erscheinungsdatum
2016

Label
Stajner Youth Entertainment