SHIREGREEN / Klaus Adamaschek ! / – NEUE PFADE – Beitrag von E. L. 16

Shiregreen GitarreSHIREGREEN – Klaus Adamaschek – Neue Pfade !

Nach 20 jähriger Auszeit startete Klaus glücklicherweise wieder 2005 mit seiner ausdrucksstarken
Amerikanischen – Singer / Songwriter – Musik, um mit seinem Album “ Neue Pfade “ wieder neue Wege einzuschlagen.
Bester Grund sich mal mit seinem derzeitigen Album näher zu befassen und sich mit Klaus etwas genauer zu unterhalten !

E.L. : Gut von deinen letzten Streifzügen in Rotenburg angekommen, war es ein schöner Ausflug ins Ausland ?

Klaus : Na klar, wir gehen immer gerne auf Reisen.
Diesmal wahren wir einen Monat lang mit dem Wohnmobil auf der britischen Insel unterwegs.
Vor allem der raue und einsame Nordwesten Schottlands hat mir gut gefallen, viel Ruhe und
Inspiration, und natürlich habe ich auch ein paar neue Lieder mitgebracht !

E.L. : Mehr als erstaunt hat mich deine fast 20- jährige ( 1985-2005 ) musikalische Auszeit, die für den Aufbau des Umweltbildungszentrums in Licherode genutzt wurde.
Wie kam es dazu, dein musikalisches Talent hinten an zu stellen und etwas für die wichtige
Bildung der Allgemeinheit zu tun ?

Klaus : Vielleicht bin ich einer dieser notorischen Weltverbesserer :).
Wie auch immer – ich bin im Herzen des Ruhrgebiets aufgewachsen, und als ich in das ländliche und waldreiche Nordhessen verschlagen wurde, hatte ich das Gefühl, dass man gerade Stadtkindern
den Wert von Natur und Umwelt vermitteln müsse.
In den 20 Jahren, in denen ich das Lichteröder Umweltbildungszentrum geleitet habe, haben
immerhin 40.000 Kindern und 10.000 Lehrer Naturerlebniswochen und .-Seminare dort verbracht.

E.L. : Mit 15 wird deine erste Liedermacher-Musik erwähnt, bevor es 1982 mit der Folk – Rockband “ ASA “ weitergeht.
Aber schon 3 Jahre später 1985 war dann mit Musikmachen fürs erste Schluss.
Was hat dir die Freude am ganzen genommen, hatte es auch mit der wachsenden Metal und Punk
Musik zu tun ?

Klaus : Nein, das hatte einfach mit anderen Prioritätensetzungen in der Lebensmitte zu tun.
Familie mit zwei kleinen Kindern, politisches Engagement, berufliche Existenz – da ist die Musik einfach runtergefallen.
Rückblickend tut mir das ein wenig leid, aber mir fehlte damals auch die Zuversicht, dass ich von der Musik leben könnte.

E.L. : Nach fast 20 Jahren ( 1985 – 2005 ) kam für dich die musikalische Leidenschaft zurück.
Waren es aufgestaute Lebensgefühle, welche einfach musikalisch raus wollen, oder einfach das
Gefühl nicht ganz komplett zu sein ?

Shiregreen 2Klaus : Es war schlicht und einfach die Liebe zu meiner zweiten Frau Angelika.
Ich habe ihr im stillen Kämmerlein meine Songs vorgespielt, und sie hat mich ermutigt mehr
daraus zu machen.
Und nachdem Angelika meine persönliche Büchse der Pandora erst einmal geöffnet hatte, gab es dann auch kein Halten mehr.
Die Musik hat sich zu meiner wesentlichsten Ausdrucksform entwickelt.

E.L. : Den ersten Tonträger “ Another Life Another Song “ gab es 2007, also 2 Jahre später.
War es Zufall, deine Lieder in Englisch zu singen, oder sprachlich vom Text, leichter ?

Klaus : In den 70er Jahren hatte ich ja bereits über 200 deutschsprachige Lieder geschrieben, aber dann hat mich irgendwann die Liebe zum amerikanischen Songwriting gepackt.
Kris Kristofferson, Neil Young und Gordon lightfoot haben quasi Reinhard Mey vom Plattenteller
gefegt, die deutsche Sprache klang mir oft zu hart, zu wenig fließend und zu kopfastig.
Und so habe ich beim Neubeginn dann auch für die englische Sprache entschieden.

Shiregreen ZeitungE.L. : Ab 2010 ging es auf Konzertreise in die U.S.A., sicherlich ein härteres Pflaster, was in vielerlei Hinsicht auch ein gewisses Umdenken, forderte.
Welche wertvollen Erfahrungen warten als Musiker auf einen, in der Amerikanischen Liederwelt ?

Klaus : Das war viel unkomplizierter als ich dachte.
Nachdem ich nit meinem Song „Freedom Fighter“ den weltweiten Songwriterwettbewerb Comprosers
( Los Angeles / Maastricht 2008 ) gewonnen hatte, haben sich vor allem über Myspace viele
Kontakte zu amerikanischen Musikern ergeben, bei denen ich dann auch spielen konnte.
Überhaupt war ich erstaunt, mit welch ehrlichem Interesse und positiver Begeisterung die
Amerikaner sich auf die Musik des Songwriters aus Germany eingelassen haben .

E.L. : Dein 6.tes Album “ Trails “ wurde auch als vertontes Reisetagebuch bezeichnet.
Welche Besonderheiten sind in dem mir leider unbekannten Album eingeflossen ?

Shiregreen CampingbusKlaus : Angelika und ich sind in 2011 mit unserem alten Wohnmobil sechs Monate lang durch einsame Naturreservate und quirlige Städte gereist, ich habe in Konzerthallen, bei Folkfestivals und in kleinen Roadside – Cafes über 40 Auftritte absolviert.
Das Ergebnis ist das Album Trails, ein klassisches Konzeptalbum.
Alle 16 Songs sind unterwegs entstanden und erzählen von authentischen Orten und Erlebnissen.
Angelika hat als passionierte Fotografin ganz nebenbei noch 20.000 Bilder gemacht.
Die besten Songs und Bilder haben wir im Bilderkonzert “ Sechs Monde im Westen der USA “
zusammengeführt, das ein Riesenerfolg war und das wir auch jetzt immer noch gerne aufführen.
Ich lass dir gerne mal ein Exemplar von TRAILS zukommen, vielleicht hast du ja eine Idee für einen passenden Spielort in eurer Region.

E.L. : Bevor dein Album “ neue Pfade 2 gepresst wurde, gab es die einzelnen lieder auf der
Plattform “ My Ownmusic “ zum hören und Bewerten. Und auch jetzt stehen hier deine neueren Lieder. Welche Bewegungsgründe und Nutzen gibt dir “ My Ownmusic ?

Klaus : Myownmusic“ ist eine wahre Schatztruhe mit vielen tollen Musikern und ehrlicher Musik, die oft “ viel besser ist als der ganze Mainstream – Kram, der im Radio läuft .
Ich schätze das Urteil meiner MOM – Freundinnen und Freunde und stelle daher neue Songs dort
gerne zur Diskussion.
Da ich aber mittlerweile bei DMG Germany unter Vertrag bin, muss ich die Songs dann runter zu
nehmen, wenn sie bei der GEMA angemeldet wurden.

E.L. : Nach 7 englischen Alben beschritt man mit „Neue Pfade “ den Weg eines ganzen deutschsprachigem Albums, das endlich auch den Weg zu mir fand.
Hat es sich für dich gelohnt diesmal auf amerikanische Songwriter – Musik mit deutschen Texten
zurückzugreifen ?

Klaus : Es hat sich insofern gelohnt, dass ich endlich meinen Frieden mit der deutschen Sprache gemacht habe.
Mein Ziel war es, American Folk und klassisches Liedermachertum miteinander zu verbinden und
Meine Lieder so auch in Deutsch zum Fließen zu bringen.
Ich denke, das ist ganz gut gelungen, und das Publikum nimmt bei meinen Konzerten gerade auch
die deutschen Songs dankbar an.
Aber das wird nur eine Facette von Shiregreen bleiben, ich schreibe auch weiter fleißig
englischsprachige Lieder.
In 2?17 will ich ein Doppelalbum mit einer deutschen und einer englischen CD veröffentlichen.

E.L. : In Stuttgart / Esslingen herrscht gerade bei Veranstaltungen von Singer – Songwritern und Liedermachern ein reger Besucherstrom, mit auch ausverkauften Auftritten.
Es überrascht mich auch, das die meisten Zuschauer zwischen 20 – 35 sind.
Weshalb kommt deiner Meinung nach, gerade derzeit diese Musik, bei jüngeren Menschen an.

Klaus : Die meisten meiner Band – und Studiomusiker sind in diesem Alter, und ich nehme mit viel Freude Ahr, mit welcher Begeisterung sie z.B. Bob Dylon, Leonard Cohen oder Johnny Cash und verehren.
Klassisches Songwritertum überdauert, denn es ist existenziell.

E.L. : Viele, gerade, jungen Extrem Liedermaching – Leser interessieren sich immer wieder für die besonderen Unterschiede zwischen Singer / Songwriter – Liedermacher – Folk -Rock.
Wie lassen sich die feinen Verschiedenheiten am besten umschreiben ?

Klaus : Da bin ich der falsche Ansprechpartner.
Ich versuche ja gerade, die vermeintlichen Trennlinien zwischen Singer / Songwriter und
Liedermacher zu überwinden.
Wichtig ist, dass Musik und Text authentisch und echt sind und Herz und Kopf verbinden :
ich mag keine Musik, die nur synthetisch für irgendeinen ermittelten Markt produziert wird.

E.L. : Was fällt dir spontan zu folgenden Stichwörtern ein ?

Wiesenfrühstück – gerne und immer wieder –

Kalter Kaffee – ungern und nie wieder –

Klaus der Geiger – Lukas, unser Geiger –

Gelsenkirchen – Rotenburg – in beiden Orten habe ich an der Bahnstrecke gewohnt –

Crazy Heart ( Film ) – „The weary Kind“ gehört zu meinem Cover – Repertoire –

jetzt nicht – wann dann ?

Amerikanische Songwriter – Guy Clark ist gestorben, Kris Kristofferson wird 80 –

Free MP3 – gute Idee, Hauptsache, man wird gehört –

einfach herrlich – gelingt mir nicht immer –

Extrem Liedermaching – erklärungsbedürftiger Titel, aber cool –

hochpolitisch – Man kann es auch übertreiben –

Nationalsozialistische Liedermacher – grrrrr –

Shiregreen GitarreE.L. : Es begeistert immer wieder, wenn man auf einer Platte wie “ Neue Pfade “ wirklich etwas von dem Herzblut fühlen kann, das in so einem Album steckt.
Was sind für dich die wichtigsten Elemente, die einen guten Tonträger ausmachen ?

Klaus : Inhaltlich finde ich Songs gut, die authentische Geschichten erzählen, echte Gefühle
transportieren, die also wirklich bewegen.
Das gelingt erfahrungsgemäß dann am besten, wenn es dem Autoren richtig gut oder richtig
schlecht geht.
Mit beidem habe ich eine Menge Erfahrung sammeln können.
Mittelmäßigkeit führt leider oft zu Belanglosigkeit.
Musikalisch finde ich es gut, wenn es zwar eine unverkennbare Handschrift gibt, aber dennoch
immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

E.L. : Wie sehen für dich die Rahmenbedingungen für ein Wohnzimmer Konzert aus, weil Auftritte auf reine Spendenbasis, kann sich nur ein Hobby – Musiker heute zu tage erlauben, oder ?

Klaus : Hauskonzerte bieten für alle Beteiligten eine Menge Vorteile :
Die Zuhörer kommen ganz nah an den Musiker und seine Musik ran, der Veranstalter hat ein
deutlich geringeres Risiko, und der Künstler hat geringen Aufwand und bekommt dafür ganz
unmittelbare Energie geschenkt.
Ich gebe gerne und viele Hauskonzerte, und das mit deutlich geringerer Gage als bei
regulären Konzerten.
Das sind meist ganz individuelle Einzelabsprachen, mit denen beide Seite gut leben können.

E.L. : Wundert mich immer wieder, das die Printe-Fanzine -Kultur mit der Ausnahme vom “ Folker “ und E.L. offenbar noch nicht Einzug im Liedermaching gehalten hat, was könnte der ausschlaggebende Grund dafür sein ?

Klaus : Dazu kann ich nicht viel sagen.
Ich nur, das wir alle mit vollem Herzen dabei sind, aber dass wir leider nur eine verdammt
kleine Nische im großen Musikgeschäft ausmachen.

E.L. : Einige Mitmenschen klammern sich an Künstler, Herausgeber und suchen sich Idole, die
Lebenstipps vermitteln sollen.
Wenn man verständlicherweise nicht mehr in die Rolle passt, reagieren dann solche Fans
verärgert.
Auch schon Erfahrung mit solchen Zeitgenossen gesammelt ?

Klaus : Diese Erfahrung habe ich bisher nicht gemacht, obwohl meine Songs ja extrem persönlich sind und ich meine Zuhörer sehr nah an mich heranlasse.
Ich finde es immer wieder spannend und bewegend, wenn meine Zuhörer ihre ganz eigenen Plätze
zum Andocken finden.
aber es ist und bleibt meine persönliche Geschichte. …

E.L. : Habe mir schon Gedanken gemacht, wie man das Interview angenehm ausklingen lassen kann.
Vertraue ganz dir, mutig etwas in die Zukunft zu blicken, noch ein paar Fragen zu stellen, oder
auch den ein oder anderen Gruß, an den Leser niederzuschreiben.

Klaus : Famous last Words ?
Ich glaub, dass braucht es nicht, ich habe ja wirklich genug geredet.
Also bleibt nur noch der Dank für das gute Gespräch und ein herzlicher Gruß an eure Leser, die
ich gerne bei irgendeinem Konzert, irgendwo und irgendwann, persönlich kennenlernen möchte.

Alben von SHIREGREEN :

– Another Life Another Song ( 2007 )

– Dreams and Shadows ( 2008 )

– Reaching the Shore ( 2009 )

– The Toolhouse Sessions ( 2009 )

– Peaceful Shades ( 2010 )

– Trails ( 2012 ) ( musikalisches Reisetagebuch ! )

– The Stories I could tell ( 2013 )

– Neue Pfade ( 2015 )

Infohomepages :

www.shiregreen.de
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