[Review] Petrol Girls – Talk Of Violence

Petrol Girls ArtworkLaut Pressemeldung machen die Petrol Girls Post Punk und Post Hardcore, doch ob das alles hier so Post ist weiß ich dann auch nicht. Es klingt wütend und es klingt dabei für mich nicht wie die Überwindung der genannten Genres. Kann es nicht weiterhin Punk bis Hardcore sein der hier gemacht wird? Oder ist dies nun einfach nur ein sich verrennen in den Genreschubladen und die sind komplett überflüssig und egal?

Pétroleuses

Also Schubladen beiseite und einfach mal reingehört und eingetaucht in die Musik der Petrol Girls.
Sie stammen aus Britannien, aus Groß-Britannien und haben hier ihr erstes Album draußen.
Nebenbei, die Band aus Südost-London hat einen kleinen Hintergrund und ist nicht einfach so vorhanden.
Gegründet wurden die Petrol Girls zum International Women’s Day und der Bandname bezieht sich auf die Pétroleuses, , eine Gruppierung französischer Revolutionärinnen, die die Autonomie der Pariser Kommune mit Brandstiftungen unterstützte und sich vorgesehenen Geschlechterrollen widersetzt.
Sie beziehen sich auf die Riot-Grrrl-Bewegung und haben dabei feministischen Themen zum Inhalt, sowie Entfremdung, psychische Gesundheit und der Abbau von gesellschaftlichen und staatlichen Versorgungsleistungen.
Soweit der Pressetext.

Für mich ist die Band damit Punk. Sie klingt auch wie Punk. Sehr freier Punk. Sie sind wütend und diese Wut und Energie wird hier in ihre Kanäle gelenkt und in Musik umgesetzt.

Das alles klingt auch recht überzeugend, passt zu den selbstgesteckten Theme, wie ich finde.
Teilweise geht die Musik dann dabei ins Chaos, doch ein positives, energiegeladenes Chaos.
Das kann für mich als Hörer anstrengend werden, aber es hat niemals jemand gesagt das es hier leicht sein wird.

Mein Fazit: Musikalisch laut, unruhig, wild und schnell. Wütend und direkt. So klingt die Musik und das alles hat mehr als eine Daseinsberechtigung. Nur finde ich es als Album hier streckenweise ein wenig anstrengend zu hören, wobei die Musik als solches schon passt, nur muss die Stimmung für solche Musik eben auch passend sein. Es wird hier eben auch mit Erwartungshaltungen und Hörgewohnheiten gebrochen.
Doch irgendwann ist es auch genug mit der Wut, die Energie der Wut darf dann auch gerne mal in positive Wege und Projekte umgeleitet werden. Immer nur anschreien lassen macht auch keinen Spaß.

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Tracklist
False Peace
Clay
Fang
Treading Water
Touch Me Again
Harpy
Restless
Phallocentric
Deflat
Rewild

Erscheinungsdatum
18.11.2016

Label
Bomber Music