[Review] Broilers – (sic!)

Broilers ArtworkEin neues Album von den Broilers. Die erste Scheibe seit langem welche ich mir nicht vorbestellt habe. Habe ich nicht für nötig erachtet. Die letzten Veröffentlichungen, so schön sie auch gestaltet waren, konnten mich einfach nicht mehr überzeugen.
Die Band wurde immer erfolgreicher, stieg in die Charts und bei 1Live ins Programm ein, doch mich konnten die letzten Platten, vor allem die Noir und auch die Santa Muerte Scheibe konnte mich bis auf ein paar Ausnahmen nicht so überzeugen. Auch nach langer Zeit nicht.

(sic!)

Wie ist es dann mit (sic!)? Es hat sich für mich mit den Singleauskopplungen, welche ich mir diesmal auch nicht als Sammlerstücke gekauft habe, schon gezeigt das hier eventuell wieder ein großes Album kommen wird und nach dem ich die Scheibe nun ein paar Mal im Streaming gehört habe konnte sie bestätigen das dem wirklich so ist.

(sic!) ist ein sehr überzeugendes, ehrliches und rockendes Album geworden. Vor allem rocken die Broilers hier auf der Scheibe wieder. Laut, schnell und in Punk, was mir sehr gefällt.
Dazu gibt es recht direkte, eingängige Lieder. Kurz und knackig. Auch von der Spieldauer, wie es sich eben für eine Vinylveröffentlichung gehört. Es scheint mir von der Spieldauer arg auf die Vinyllänge abgestimmt zu ein und das passt auch recht gut.

Vor allem aber setzen die Broilers hier in den Texten mehr als klar ein Zeichen. Sie beziehen ihren Standpunkt noch einmal. Diese Platte hier ist ganz klar die antifaschistischste der Band geworden. Wer jetzt immer noch nicht verstanden hat wo die Band steht wird es wahrscheinlich auch nicht mehr verstehen. Das ganze ist zwar in Texte und Geschichten verpackt, nicht in Parolen, doch sollten diese für die Hörerinnen und Hörer zu entschlüsseln sein.

Mein Fazit: Kurz, knapp und knackig. Direkt und ehrlich. Laut und auch mal ruhig aber immer auf den Punkt kommend. Die Broilers sind wieder Punk, sie sind wieder Oi!, auch ein wenig Ska und ganz viel Rock. Sie beziehen Stellung in ihren Texten und das alles zusammen bietet hier Songs die, so kann ich es mir vorstellen, auf den Konzerten auf jeden Fall funktionieren werden. Alles in allem, meiner Meinung nach, ein sehr überzeugendes und gelungenes Album der Band geworden.


_________________________________________________________________________________________________
Tracklist
1. Nur ein Land
2. Bitteres Manifest
3. Keine Hymnen heute
4. Die Beste aller Zeiten
5. Irgendwas in mir
6. Gangster, Gangster
7. Ihr da oben
8. Unsere Tapes
9. Meine Familie
10. Zu den Wurzeln
11. Woran glauben?
12. Als das alles begann
13. Und hier steh‘ ich

Erscheinungsdatum
03.02.2017

Label
Skull & Palms Recordings (Warner)

Schlagwörter: , , , , , ,