[Konzertbericht] Betontod (+ Max Raptor) live in Berlin

Max Raptor Tourplakat„Come on get closer!“
So forderte Wil Ray, Sänger des Supports für Betontod am vergangenen Freitag direkt nach ihrem ersten Song das Publikum dazu auf, näher an die Bühne zu kommen.
Nicht ungerechtfertigt – Huxleys neue Welt war zu Beginn noch sehr leer. Einige wenige standen bereits an der Bande vor der Bühne, um ihren Platz in der ersten Reihe nicht zu verpassen, dahinter war nur wenig los. Aber die wenigen, die da waren, folgten Wils Aufforderung, und bewegten sich von den Bars weg weiter nach vorn.
Max Raptor, das ist der Name der Band, eröffneten den Abend großartig, indem sie sich von dem kleinen Publikum nicht entmutigen ließen und einfach machten. Die vier jungen Männer aus dem United Kingdom legten sich nicht nur musikalisch, sondern auch körperlich sehr ins Zeug. Man könnte fast sagen: „Es gibt solche Bands, die stellen sich auf die Bühne und die einzige Bewegungen, die man sieht, sind die, die nötig sind, um ein Instrument zu bedienen – und dann gibt es Max Raptor.“ Ihr Engagement hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn aus dem leeren und stillen Huxleys war nun ein bewegtes und zunehmend füllendes geworden.
Max Raptor erinnerte stellenweise an die Band Billy Talent, ebenfalls eine Punk-Rock-Band. Vor allem durch die von allen vier Bandmitgliedern gesungenen Gesangparts kam eine gewisse Ähnlichkeit sehr durch. Keinesfalls aber könnte man von einer Kopie oder Ähnlichem sprechen – Max Raptor haben ihren eigenen Stil, den man durchaus als Punk-Rock bezeichnen kann. Live aber noch offensichtlicher als im Studio. Dort haben mich besonders die Songs „Evangeline“, „Obey The Whips“ und „England Breathes“ überzeugt.

Nach einer halben Stunde gelungener Aufwärmung und einem Moment Geduld für den Soundcheck, kamen Betontod ohne noch länger auf sich warten zu lassen nach dem Intro auf die Bühne und starteten ohne große Begrüßung mit ihrem Albumnamen-gebenden Titel „Revolution“.
Die Menge war von Sekunde Eins an dabei; dass die Halle nicht sehr voll war, störte nicht – im Gegenteil, umso größer war der Moshpit und umso freier konnten die Leute ausgelassen tanzen (also pogen). Nach dem ersten Song kam dann auch die offizielle Begrüßung durch den Sänger Meister, die von den Fans vor allem mit freudigem Grölen entgegengenommen wurde. Man merkte, dass die Band motiviert bei der Sache war und sich mindestens genauso auf das Publikum freute wie das Publikum auf die Band. Es herrschte also allgemein eine sehr gute Stimmung, die sich wirklich von Anfang bis Ende hielt. Ob der Alkohol dabei eine Rolle spielte, sei mal dahingestellt, jedenfalls gab es schon von Anfang an mehrere Bierduschen…
So oder so war es ein gemischtes Publikum. Während es vorn bis zur Mitte sehr wild zuging, war es weiter hinten und am Rand eher ruhig. Aber so war es genau richtig, denn es gibt kaum etwas Nervigeres, als wenn man in der Menge hin und her geschubst wird, auch wenn man sich schon extra an den Rand stellt, um nicht so viel abzubekommen. Aber auch im Moshpit waren die Leute sehr nachsichtig – fiel man hin, wurde man sofort wieder aufgehoben; band man sich die Schuhe zu, wurde auf einen aufgepasst. Das nenne ich soziales Publikum! Auch Huxleys neue Welt als Venue gefällt mir sehr gut. Teilweise bin ich mit Absicht nicht in den Pit gegangen, um einfach zu spüren, wie der Boden sich bewegt (wofür es bekannt ist).

Alles in Allem haben Betontod ein super Konzert abgeliefert. Anderthalb Stunden am Stück die neusten Songs sowie natürlich die bekanntesten Hits und am Schluss ganze vier Zugaben, darunter „Hömmasammawommanomma“, welches leidenschaftlich von  j e d e m  mitgesungen wurde. Insgesamt eine super Unterhaltung, die man sich durchaus mehrmals geben kann.