Auf in neue Welten

Lange, lange habe ich diesen Beitrag hier vor mir hergeschoben. Immer wieder neu verfasst, tausende Worte geschrieben. Wieder verworfen, neu begonnen, Beiträge gelöscht und doch ist die Zeit näher gerückt das die Realität mich einholen wird.

Nun ist es soweit. Langsam führt kein Weg mehr daran vorbei. Meine Arbeit ist schon lange gekündigt. Der letzte Arbeitstag vergangen. Ich sitze auf dem Amt, regel die Übergangszeiten.
Arbeitslos. Nach siebzehn Jahren und mehr. Freiwillig. Sogar gerne.

Hallo Provinz

Neue Sachen sollen passieren. Ich werde und will wieder eine Ausbildung machen. Was lernen. Zur Schule gehen. Freiwillig. Techniker werden. Um die Welt ein bisschen besser zu machen. Ein wenig die Welt retten. Umweltschutztechniker.

Wo bleibt der Punk? – Der ist dabei. Er ist der Grund, der Antrieb. Machen was ich will. Machen was sich richtig anfühlt.
Deswegen wird nun fast alles neu. Sehr vieles jedenfalls.
Die Arbeit ist gewechselt. Der Wohnort wird es nun auch. Raus aus der Stadt. Rein auf das flache Land. In ein neues Bundesland sogar. Kein Stahl und Kohle mehr. Landwirtschaft wird die Landschaft prägen.
Raus aus der Metropole Düsseldorf. Rhein Ruhr. Überall Menschen, überall Städte. Nur Städte. Staub, Dreck, Kultur und Lärm.
Rein in den Flecken Steyerberg. Nach Niedersachsen.
Metal und Punk wird dort zu suchen sein. Vielleicht lässt sich was finden.
Aber vor allem werde ich dort in der Gegend, in Bückeburg meinen Umweltschutztechniker machen und auch sonst so das freie Leben suchen.

Klingt vielleicht nicht so toll wie Düsseldorf. Aber das ist im Kern nicht von Bedeutung. Finde ich gerade zumindest. Wie es werden wird werden wir einfach sehen. Vielleicht gefällt es, vielleicht nicht. Wer nicht wagt wird es nicht erfahren können.
Hier war ich nun siebenunddreissig Jahre, kann mir aber nicht mal mit einem Job der mir recht wenig Spaß macht diese Stadt leisten. Will ich so auch nicht mehr. Zu viele Kompromisse. Zu viel Stadt. Zu wenig Natur. Die Ausbildung zum Techniker gibt hier und jetzt genau die richtige Chance neu zu denken und neues zu wagen.

Nebenbei, eigentlich alle Urlaube waren an Orte der Leere und Ruhe, vielleicht wird genau dies hier das richtige für mich sein. Ich bin schon sehr gespannt darauf. Nur die Menschen, die Menschen die zurückbleiben, die vermisse ich schon jetzt, vorab. Doch bald wird es losgehen, mit der Schlüsselübergabe und dann dem Renovieren und dem Umzug.

Also, ab bald bloggt der biotechpunk aus Steyerberg. Dabei wird es sich hier im biotechpunk ebenfalls mal wieder wandeln. Ich mache eine Ausbildung. Will und werde lernen und der biotechpunk wird nicht mehr so viel Zeit bekommen wie bisher. Doch wie sich das genau einpendeln wird kann ich heute noch nicht sagen. Das werden wir und auch ich dann sehen und bewerten müssen. Einfach mal abwarten und überraschen lassen.

Erstmal wird es wohl, aufgrund des Umzuges und der Neuorientierung ruhiger hier werden und dann geht die Schule für mich los. Bin gespannt. Wie das alles sein wird. Wie der biotechpunk wird, wie für mich und uns hier alles wird.

Auf dann, ab dem ersten siebten dann aus Steyerberg.
Wie singen Egotronic über die Provinz in Hallo Provinz:

Und darum denke nach, sei schlau und richte dich gemütlich ein
Wenn du dich integrierst, so lange ist’s einwandfrei
Sei wie die Anderen, höre Onkelz oder Freiwild oder so
Atemlos in die Barbarei

Möglich das dem so ist. Aber zum einen muss es in der Provinz nicht so bleiben und die Probleme gibt es auch in den Städten und zum anderen sind diese Vorurteile gegen die Provinz nicht überall so, denn in Steyerberg ist Alternatives Leben abseits der Großstadt möglich, was auch ein Grund der Wahl darstellt.

Wie gesagt, für die nächsten zwei Jahre wird der biotechpunk aus Steyerberg, aus der Prozinz, aus Niedersachsen bloggen und dort leben.
Ich, wir, werden sehen wie es dort so ist. Ein Traum, oder vielleicht geht es danach woanders hin?
Ich bin schon arg gespannt auf das neue, aktive Leben.