[Lesestoff] Plastic Bomb – Nummer 99

Eine Ausgabe vor der hundert. So viele und so lange gibt es also schon die Plastic Bomb, ein Fanzine welches mich dereinst, es müsste 1999 ungefähr gewesen sein, zu meinen Zivildienstzeiten, als mich dieses Heft in die Welt des DIY Punk eintauchen hat lassen.
Eine Zeit vor diesem Internet. Zwar gab es schon vorher Kontakt zu der DIY Sache, im Black Metal und Metal im Allgemeinen doch das wirklich gelebte selber machen habe ich dann nach und nach im Plastic Bomb Zine kennen gelernt.

Plastic Bomb

Wie auch immer. Das Plastic Bomb Zine hat mich eine lange Zeit begleitet, auf viele Dinge aufmerksam gemacht. Gedanken geliefert, Musik mich entdecken lassen und vor allem auch immer wieder auch politisch Input gegeben. Der Blick in die Welt und den Tellerrand.

Doch in der Welt der Bombe und auch in meiner hat sich so einiges weitergedreht. Wir haben uns streckenweise auseinandergelebt. Die CD, ich habe sie meistens nicht mehr gehört. Die Beiträge nur noch teilweise gelesen und irgendwann dann habe ich die Bombe mir auch nicht mehr gekauft.
Es gab im Heft mehrere Veränderungen, Leute die ich gerne gelesen habe sind nicht mehr dabei, ein neues Team hat sich entwickelt und das Heft besteht immer noch. Was auch im Grunde gut so ist.

Ich weiß dabei nicht mal ob sich das Heft in der Zeit so sehr verändert hat. Es gab bevor ich aufgehört habe die Hefte zu kaufen sicher eine Zeit in der es mir wirklich keinen Spaß mehr gemacht hat die Beiträge zu lesen. Es klang alles so als würde es den Autoren selber keinen Spaß machen, oder nur wenig, was sie so machen. Kann ich auch verstehen. Ein Hobby sollte eben kein Pflichtprogramm werden.

Die Nummer vor der 100

Warum schreibe ich dies nun alles? Weil ich mir wie 99. der Plastic Bomb gekauft habe. Weil ich mal wieder sehen wollte was der Printmarkt so bietet und weil ich einfach mal Lust dazu hatte. Ferner schreibe ich das weil ich der Meinung bin das die Grundstimmung immer noch gestresst rüberkommt. Angepisst, aber im negativen Sinne. Es werden viele gute Themen und Beiträge aufgegriffen, auf die ich auch Lust habe, aber im Grunde schwingt so eine „Kein Bock Stimmungen“ mit.
Vielleicht ist das so ein Ding der Städter, vielleicht weil ich mich gerade selber aus den alten Zwängen löse und das Heft in meiner Umzugsphase gelesen habe. Vielleicht ist das gerade vor der 100. Ausgabe so eine Stimmung. Ein Druck oder sowas. In der Plastic Bomb war immer die verschiedenen Stimmungen der Autoren herauszulesen, fand ich. Aus der privaten Situation die streckenweise dann im Vorwort erwähnt wurde hat sich der Stil der Beiträge abgefärbt.

Mein Fazit: Tja, was soll ich hier nun als Fazit aus der Sache mitnehmen? Zuerst freue ich mich mal das es das Plastic Bomb immer noch gibt und das der Wechsel im Team und bei den Chefetage so gut geklappt hat. Es ist schön das die Bombe immer noch gemacht wird und ich freue mich auf die 100. die es bald geben wird. Was mir nicht zusagt ist diese negative Grundstimmung die das komplette Heft irgendwie durchzieht. Vielleicht empfinde ich das auch nur gerade so, aber ein bisschen mehr Spaß dürfte schon mit rein. Aus der Wut und der schlechten Laune darf, meiner Meinung nach, mehr Kreativität und positive Dinge entstehen.

Doch lasst euch das Heft hier nicht von mir madig machen, denn ich glaube meine persönliche Situation und Erwartungshaltung kollidiert hier gerade einfach ein wenig mit dieser Heftausgabe. Lest selber einfach rein und überzeugt euch von der Bombe, denn sie ist ein tolles Heft.

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