[Review] Laibach – Also sprach Zarathustra

Laibach, die Band brauche ich hier sicher nicht mehr groß vorzustellen, denke ich. Ich denke das viele irgendeine Vorstellung der Band haben werden.

Nun haben Laibach einfach so, ohne große Vorankündigungen, ein neues Album veröffentlicht. Es war einfach da und es unterscheidet sich zu dem Vorgänger, zu Spectre schon ziemlich, wie ich finde. Wobei sich Spectre zu seinen Vorgängern ebenfalls arg unterscheidet. Also immer wieder ein Überraschung was es hier musikalisch so zu hören gibt. So ist das wohl mit der freien Kunst.

Musikalisch ist das Album sicher ein Laibach Werk. Vielleicht sogar mehr Laibach wie ich es mir vorstelle als Spectre es zuletzt für mich war. Davon abgesehen ist Also sprach Zarathustra ein Konzeptalbum. Ein Konzept zu dem Werk von Friedrich Nietzsche. Ein Buch für Alle und Keinen. Eine philosophische Abwandlung, zu der ich an dieser Stelle am einfachsten die zugehörige Wikipedia Seite empfehlen kann. Wenn ich mir die Seite über das Buch von Nietzsche durchlese bekomme ich auch sogleich wieder Lust mich mehr mit der Philosophie als solche Auseinanderzusetzen. Danke an Laibach für diesen Brückenschlag.

Doch zurück zum Album. Ursprünglich als Theater-Musik für das Anton Podbev ek Theatre in Novo Mesto in Slovenien konzipiert, so heißt es in der Beschreibung auf der Amazon Seite zum Album. Musik zu einem Theaterstück und so hört sie sich dann auch an. Ein Theaterstück zum philosophischen Werk Nietzsches. Musikalisch hört es sich dann auch an wie Musik zu einem Film oder eben noch mehr wie Musik zu einem Theaterstück. Wie ein Soundtrack eben. Was aber an dieser Stelle gar nicht mal so schlecht ist. Die Lieder sind im Kern eigentlich ruhig, dafür viel mehr auf die Stimmung in sich selber ausgelegt.

Mein Fazit: Laibach sind Kunst, machen Kunst und sie machen durchgehend was sie wollen. Das gefällt mir. So bleibt es lebendig und weiß immer wieder zu überraschen. Ob es am Ende gefällt ist eine andere Frage, doch darum geht es am Anfang gar nicht. Ruhig, stimungsvoll, elektronisch und überzeugend kommt also Laibach hier mit der Theatermusik daher. Gefällt mir, wobei es sicher kein gewöhnliches Album geworden ist welches die Band hier abgeliefert hat. Doch die Musik ruft die Stimmung des Theaterstückes hervor, ohne das ich es gesehen habe. Doch so bekomme ich Lust auf das Unbekannte und auch nur als Musikstück ohne Theater können die Lieder von diesem Album hier funktionieren.


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Tracklist
Vor Sonnen-Untergang
Ein Untergang
Die Unschuld I
Ein Verkündiger
Von Gipfel Zu Gipfel
DAS GLÜCK
Das Nachtlied I
Das Nachtlied II
Die Unschuld II
Als Geist
Vor Sonnen-Aufgang
Von Den Drei Verwandlungen

Erscheinungsdatum
14.07.2017

Label
Mute (Rough Trade)

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