[Review] Cradle of Filth – Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay

Es gibt ein neues Album von Cradle of Filth und obwohl die Band bei Nuclear Blast unter Vertrag steht habe ich im Vorfeld nichts von der Scheibe mitbekommen. Normalerweise läuft eine Werbemaschine an und es gibt Teaser, Vorabinformationen, Interviews, oder irgendwelche anderen Sachen um an Aufmerksamkeit zu kommen, doch diesmal, wie auch bei den letzten Alben der Band, ist mir in diese Richtung nichts untergekommen.

Cryptoriana

Das ist schon irgendwie komisch, sind Cradle of Filth nun keine kleine Band die mal eben ein Album rausbringt, sondern schon eine Band die dann auch in die Charts geht.
Seit 1998 sind alle Scheiben von Cradle of Filth in die Top 100 gekommen, oft sogar in die Top 50, wenn nicht gar besser, also Top 30.

Nun denn, es ist nicht wichtig wie und wo eine Band die Charts erreicht, was ich damit nur schreiben wollte ist der Zustand das ich im Vorfeld überhaupt nichts rund um die Band oder das Album mitbekommen habe und nun ist es einfach da und aus Zufall bin ich eben auf die Platte hier gestoßen, so da sich dazu dann auch eine kleine Plattenbesprechung schreiben konnte.

Was mir vor allem bei dem Album mit dem langen Titel aufgefallen ist ist die Sache das Cradle of Filth hier konsequent ihr Ding weiter gehen. Auf Cryptoriana – The Seductiveness Of Decay gibt es keine musikalischen Experimente, sondern die Band geht einfach weiter und folgt ihren eingeschlagenen Weg. Sie haben ihren Stil gefunden und in diesem gibt es hier einfach neue Lieder.

The Seductiveness Of Decay

Die Lieder und der Sound auf dem Album können überzeugen und machen Laune, doch wirken sie auf mich teilweise wie aus einem Cradle of Filth Baukastenprinzip. Die Band hat ihren Stil und der wird hier einfach bedient.
Das fördert zwar auf der einen Seite den Wiedererkennungswert der Band, ähnlich wie es bei Motörhead der Fall war, aber auf der anderen Seite fehlt mir dann hier auch die musikalische Überraschung.

Es mag zwar vielleicht böse klingen, aber bei meinem ersten Hördurchgang kam mir der Begriff des „Black Metal Schlager“ in den Sinn. Auf der einen Seite wird hier Black Metal, jedenfalls in seinen Elementen geboten, aber auf der anderen Seite bedient die Band, ähnlich wie Arch Enemy, bestimme Stimmungselemente mit denen die Lieder aufgebaut sind und deren Schema hier abgearbeitet wird.

Das muss nichts negatives sein, hier ist einfach nur eine Band am Werk welche weiß wie sie vorgeht und wie sie gerne ihren Stil und ihre Stimmung umsetzt. Ob das gefällt und Spaß macht steht auf der anderen Seite und darf der Fan und Hörer hier selber entscheiden.

Mein Fazit: Mir macht die Platte Laune und sie macht mir Spaß. Vor allem auch weil hier die bekannten Elemente genutzt und bedient werden. Es braucht auch Bands wie Motörhead die einfach ihren Weg gehen und klar ihr Ding durchziehen. Cradle Of Filth machen dies nun auch hier und das mit guten Ideen dabei so das es mir Spaß macht die Scheibe zu hören.
Mehr braucht es hier auch gerade gar nicht. Gefällt mir. Mal sehen wie die Platte dann langfristig abschneiden wird.


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Tracklist
Exquisite Torments Await
Heartbreak And Seance
Achingly Beautiful
Wester Vespertine
The Seductiveness Of Decay
Vengeful Spirit
You Will Know The Lion By His Claw
Death And The Maiden
The Night At Catafalque Manor
Alison Hell

Erscheinungsdatum
22.09.2017

Label
Nuclear Blast