Plastic Bomb #68

Seit einigen Tagen schon ist die neue Plastic Bomb draussen, aber da sie eine Dreimonatszeitung ist ist es nicht ganz so tragisch wenn ich die Zeitung nicht direkt am ersten Tag des erscheinens hier vorstelle, denke ich mal.
plasticbomb68
Vorneweg, das Plastic Bomb ist eine der großen unter den Punkheften, daher sicher dem einen oder anderen gut bekannt, was bei einer Auflage von 10 000 Heften sicher nicht so verwunderlich sein wird.

Auch dieses mal finde ich das diese Bombe sehr gut gelungen und sehr interessant gemacht und geschrieben ist.
Wie so oft bei der Bombe sind die ausführlichen Vorworte einer der sehr spannenden Dinge im Heft die immer wieder interessant zu lesen sind.

Sehr spannend ist zum Beispiel das Vorwort von Swen in dieser Bombe in der er kurz beschreibt wie er wieder angefangen hat Fleisch zu essen.
Ich kenne die Situation, wie es irgendwann einmal wieder angefangen hat mit dem Fleisch und denke das ich das irgendwie nachvollziehen kann, wobei ich immer noch nicht sehr viel und nicht so wirklich gerne Fleisch esse.

Sehr interessant und informativ in dieser Ausgabe fand ich zum Beispiel, da eigentlich alles mich dieses mal angesprochen hat in diesem Heft, der Bericht über Crucial Response Records, einem Straight Edge Label.
Ich kann mit dem ganzen Straight Edge Zeug persönlich sehr wenig anfangen, aber jeder wie er mag. Doch auch wenn ich mit der Straight Edge Szene und Lebenseinstellung wenig anfangen kann, so finde ich diesen Bericht, beziehungsweise das Interview sehr gut und lesenswert.

Die wunderbare Welt der Propaganda ist, wie immer einer der tollsten Artikel im Heft, denn er ist sehr informativ und sehr umfangreich ausgearbeitet.
Dieses Mal geht es um die bevorstehende Bundestagswahl und es werden die Möglichkeiten und Optionen vorgestellt und was uns so mit den Wahlversprechen erwarten wird.
Am Ende des Artikels gibt es sogar eine kleine Stellungsnahme und Wahlempfehlung.
Ebenfalls sehr lesenswert, aber wieder mal ohne das ich die Bands oder das Label kennen würde, fand ich den Bericht und das Interview mit Prügelprinz Records. Sehr lesenswert und aufschlussreich was dort gesagt wird.
Ein klasse Interview.

Was mir aufgefallen ist an dieser Ausgabe der Bombe ist, das der Kleinanzeigenteil weniger als eine DIN A$ Seite geworden ist. War das nicht mal eine klein beschriebene Doppelseite vor ein paar Jahren noch ?
Ich fand und finde die Kleinanzeigen immer sehr spannend zu lesen und nun sind es so wenige geworden.
Aber vielleicht wird das ja wieder mal mehr.

Wie immer in der Plastic Bomb werden auch dieses Mal wieder Bücher und vor allem Fanzine vorgestellt. Immer wieder interessant was die Leute sich eine Arbeit machen um so ein Heft, ein kleines eigenes Fanzine auf die Beine zu stellen und diese werden hier vorgestellt und besprochen. Das finde ich ebenso interessant und aufschlussreich wie die Kleinanzeigen, wobei hier echte Hefte vorhanden sind die von anderen vorgestellt werden und in den Kleinanzeigen die Leute sich selber vorstellen.

Ebenfalls in dieser Ausgabe gibt es einen ausführlichen Bericht über Rechtsextremismus in Österreich. Sehr informativ denn vieles habe ich hier im Westen der BRD aus unserem Nachbarland nicht mitbekommen obwohl dort die gleiche Sprache gesprochen wird.
Diese Sache der Rechten in Österreich taucht hier in den normalen Medien nur sehr selten auf, wie ich finde und in der Bombe gibt es eine chronologische Aufführung über diverse Vorfälle und den Parteien die dort ganz gut abzuschneiden scheinen bei den Wahlen.

In der Rubrik „Anders Leben“ befindet sich in dieser Bombe ein Bericht und auch Interviews mit den Betreibern von Freiräumen.
Freiräume, Selbstverwaltete Zentren und dergleichen.
Leseswert, denn man sieht das Anders Leben eben doch Möglich scheint, auch wenn es nicht so einfach ist.

Neben der Demozone und den Plattenbesprechungen ist in dem Heft ausserdem ein passender Artikel zu finden, ein Artikel über die Überflüssigkeit der GEMA und wie man die ganze Geschichte der Rechteverwertung besser machen könnte damit die Musiker und Künstler mehr Einfluss und Rechte an der eigenen Musik haben.

Leider ist in diesem GEMA-Bericht was mit der Drucksetzung durcheinander geraten, irgendwie ist ein Teil des Berichtes doppelt da drin, aber man steigt da schon durch und kann den Text doch noch vernünftig lesen und verstehen.

Es steht noch viel viel mehr in dem Heft drin, das alles aufzuzählen wäre zwar nicht unmöglich aber ist einfach zu viel des guten.

Zu guter letzt sei erwähnt das in dieser Plastic Bomb wieder mal eine CD beiliegt mit Musik der diversesten Bands. Dieses Mal befinden sich auf der CD 30 Bands und damit insgesamt auch dreissig Lieder Musik.

Für nur 3,50 €uro kann man bei der Plastic Bomb also nichts verkehrt machen.

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