Slash – Slash

Über das nächste Woche Freitag erscheinende Album „Slash“, von eben diesem Slash, haben wir ja die letzte Zeit schon häufiger geschrieben. Zwei Songs konnte man schon vorab hören, nun gibt es aber das komplette Album online zum streamen. Ich bin ja ehrlich gesagt begeistert von dem was Roadrunner Records in diese Richtung macht. In Kooperation mit Musikzeitschriften und Rocksendern komplette Alben schon vorab online zu stellen. Da bekommt man schon einen richtig guten Eindruck was einen erwartet. Beim letzten Airbourne Album ist mir das zum ersten Mal aufgefallen.

Ich hoffe, dass das Schule macht und man so was in Zukunft häufiger hat. So bringt man die Leute immerhin auf den Geschmack.

Wie hört es sich nun aber an, das erste Solowerk der Gitarrenlegende. Nun, es ist immer schwer die Helden der eigenen Jugend zu beurteilen. Slash gehört bei mir mit Guns N‘ Roses definitiv dazu. Die Gunners waren neben Metallica die erste Band mit härterer Musik, die ich damals gehört habe. Mein erstes Konzert war eines der Use your Illusion Tour und Appetite for Destruction zähle ich auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsalben. Doch die Zeit von Slash bei Guns N‘ Roses ist seit 1996 vorbei und er war auch danach nicht untätig, zwei Alben hat er jeweils mit Slash’s Snakepit (It’s Five O’Clock Somewhere 1995, Ain’t Life Grand 2000) und Velvet Revolver (Contraband 2004, Libertad 2007) herausgebracht.

Saul Hudson alias Slash war aber auch viel als Gastmusiker bei bekannten Künstlern aktiv, zum Beispiel bei Alice Cooper, Bob Dylan, Doro, Iggy Pop, Lenny Kravitz oder Motörhead, um nur einige zu nennen.

Jetzt hat er es mal umgekehrt gemacht und die unterschiedlichsten Künstler als Gäste für sein erstes eigenes Soloalbum eingeladen und fast alle folgten dem Ruf des Ausnahmegitarristen.

Herausgekommen ist ein solides Rockalbum, dem man die Genialität von Slash anhört, wenn auch der ganz große Hit fehlt. Es ist ein abwechslungsreiches Album geworden, aber das war ja auch zu erwarten bei der unterschiedlichen Besetzung. Auch musikalisch bringt einem das Album eine volle Breitseite der unterschiedlichsten Rockarten.

Besonders hat es mir der Song „By The Sword“ mit Andrew Stockdale von Wolfmother angetan, den gab es bereits vor einer Weile zum Anhören auf der MySpace Seite von Slash und mein guter Eindruck vom damaligen ersten Hören bestätigt sich auch jetzt noch mal. Der Song und vor allem die dazu passenden Vocals machen diesen Song nahezu perfekt.

Positiv überrascht war ich auch von einer etwas ungewöhnlichen Zusammenarbeit: „Beautiful Dangerous“ mit der Black Eyed Peas Frontfrau Fergie am Mikro ist erst etwas gewöhnungsbedürftig, da er sehr modern daherkommt, aber sie hat schon ordentlich Kraft in ihrer Stimme und kann durchaus auch Rocken. Das hätte ich nicht so erwartet, zumindest nicht so gut. Jetzt würde mich schon interessieren, wie das Paradise City Cover von ihr geklungen hätte. Aber diesen Bonussong wird es ja leider nicht geben, wie wir bereits hier geschrieben haben.

Bei „Crucify The Dead“ singt der Fürst der Finsternis, Ozzy Osbourne und seine Stimme ist ja schon sehr außergewöhnlich und drückt auch diesem etwas langsameren Song seinen Stempel auf. Ganz allgemein merkt man schon, dass sich Slash die passenden Sänger für die richtigen Songs ausgesucht hat.

Natürlich gibt es auch Schatten bei so einem Album, für mich war das der Song „I Hold On“ mit Kid Rock, das dürfte aber daran liegen, dass mir Kid Rock nicht sonderlich gefällt und auch die Ballade „Gotten“ hat mich einfach nicht gepackt. Das dürfte bei beiden Songs, wie auch bei allem anderen eine Geschmacksfrage sein. Der folgende Song „Doctor Alibi“ mit Lemmy am Mikro machte das aber für mich wieder wett, das ist wunderbarer rauer Rock mit der charismatischen Stimme des Motörhead Frontmanns.

„We’re All Gonna Die“ mit Iggy Pop bildet dann noch einen schönen Rausschmeißer am Ende des Albums.

Das Album ist solider abwechslungsreicher Rock, doch diesen Abwechslungsreichtum könnte man auch als Nachteil auslegen, denn so bleibt nur Slashs Gitarrenspiel als roter Faden. Das Gitarrenspiel ist im Übrigen immer präsent, aber drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern lässt den Songs genug Platz.

Mir gefällt das Album soweit und mein Glauben an meinen Helden der Jugend wurde nicht zerstört. Ihr könnt euch ja nun eine eigene Meinung zum Album bilden, das dann am 9. April in den Läden steht, den Link findet ihr direkt unter diesem Text.

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Was es sonst noch wissenswertes gibt:

  • Tracklist:
    1. Ghost (featuring Ian Astbury von The Cult)
    2. Crucify The Dead (featuring Ozzy Osbourne)
    3. Beautiful Dangerous (featuring Fergie von den Black Eyed Peas)
    4. Back From Cali (featuring Myles Kennedy von Alter Bridge)
    5. Promise (featuring Chris Cornell von Soundgarden/Audioslave)
    6. By The Sword (featuring Andrew Stockdale of Wolfmother)
    7. Gotten (featuring Adam Levine von Maroon 5)
    8. Doctor Alibi (featuring Lemmy Kilmister)
    9. Watch This (featuring Dave Grohl and Duff McKagan)
    10. I Hold On (featuring Kid Rock)
    11. Nothing To Say (featuring M. Shadows von Avenged Sevenfold)
    12. Starlight (featuring Myles Kennedy)
    13. Saint Is A Sinner (featuring Rocco DeLuca)
    14. We’re All Gonna Die (featuring Iggy Pop)
Metal