Review: Anathema – we’re here because we’re here

Vorweg muss ich gleich erklären, dass ich keines der älteren Werke von Anathema kenne. Ich bin also ziemlich unbelastet an dieses Album herangegangen. Mir ist aber bekannt, dass Anathema eine fast stetige musikalische Entwicklung in ihrer Geschichte durchlebt haben. Hat man zu Beginn noch Doom gespielt, ist man nun bei progressivem Alternative Rock gelandet, wenn man es so bezeichnen möchte. Auch hat man mittlerweile nur noch klaren Gesang im Unterschied zu älteren Scheiben.

Ich wage auch zu behaupten, wenn Anathema schon zu Beginn diese Form der Musik gemacht hätten, wären sie vermutlich in einigen Fachzeitschriften gar nicht mehr aufgetaucht weil sie nicht in die typischen Genremuster gefallen wären. Zum Glück ist das aber nicht der Fall, sonst hätte ich sie vielleicht gar nicht entdeckt.

Die Musik ist zum Großteil ruhig, Tempoausbrüche gibt es eigentlich fast keine, die Gitarren halten sich zurück und die manchmal fast atmosphärischen Klänge begleiten nur den Gesang, auf dem eindeutig der Schwerpunkt liegt. Man muss sich schon auf dieses Album einlassen, aber dann bekommt man auch einen schönen musikalischen Ausflug geboten. Nach einem Albumdurchlauf wird man mit Sicherheit nicht mit überschwänglich guter Laune zurückgelassen, sondern ist eher in einer melancholischen Stimmung gefangen. Dazu trägt auch die wirklich tolle Stimme bei, die perfekt zu dieser Stimmung passt und nicht zu aufdringlich wirkt.

Ich finde das Album sehr sehr gelungen, aber es ist Musik, die man nicht ständig hören kann und man muss sich, wie bereits gesagt, darauf einlassen. Wenn man das tut, dann wird man meiner Meinung nach aber auch belohnt. Ein Album für die ruhigeren Momente, wo man keinen einzelnen Song herauspicken kann oder sollte, denn es ist eher ein Gesamtkunstwerk. Dazu passt auch das wunderbar gelungene Cover, das schafft es wirklich die Stimmung auf dem Album in einem Bild einzufangen. Selten habe ich ein Artwork als so passend empfunden.

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Was es sonst noch Wissenswertes gibt:

  • Line-Up:
    • Vincent Cavanagh (Gesang, Gitarre)
    • Daniel Cavanagh (Gitarre)
    • Les Smith (Keyboard)
    • Jamie Cavanagh (Bass)
    • John Douglas (Schlagzeug)
    • Lee Douglas (Gesang)
  • Trackliste:
    • 01. Thin Air
      02. Summernight Horizon
      03. Dreaming Light
      04. Everything
      05. Angels Walk Among Us
      06. Presence
      07. A Simple Mistake
      08. Get Off, Get Out
      09. Universal
      10. Hindsight
  • Spielzeit:
    • ca. 58 Minuten
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