Plastic Bomb Nummer 73

Lange bin ich herumgeirrt um diese Ausgabe der Plastic Bomb zu ergattern.
Warum das ? – Nun, weil ich nicht immer an einem Bahnhof verbeikomme, welcher dann auch noch dieses Magazin für Nörgler und Migrationsunwillige im Programm hat, wie der Untertitel diesmal lautet.
Der Flughafenzeitungsshop und auch dieser große Einkaufs-einmal drin alles hin Supermarkt, bot mir in den letzten Tagen dieses Magazin einfach nicht feil.
Doch dann war ich am Hauptbahnhof und konnte dieses Fachzeitschrift doch noch mein eigen nennen.

Erschienen ist die Nummer 73 irgendwann um Weihnachten rum, daher sind nicht mehr alle Meldungen ganz so aktuell, doch wegen diesen kaufe ich mir das Plastic Bomb auch nicht, sondern wegen den langfristigeren Beiträgen, den Zeitloseren.

Diese Beiträge sind auch wieder mal mehr als zu empfehlen, teilweise zum drüber nachdenken und auf jeden Fall unterhaltsam.
Zwar scheint mir das dieses Heft immer dünner wird, was aber auch irgendwie an dem immer komischeren Papier liegen kann, auf dem die Plastic Bomb so gedruckt wird, doch es kommt drauf an was auf diesem Papier so alles draufsteht, finde ich jedenfalls.

Es gibt in dieser Ausgabe zwei bis drei auf jeden Fall empfehlenswerte Beiträge, wobei dies nicht abwertend für den Rest des Heftes sein soll.
Doch die Beiträge stechen für mich einfach ein wenig heraus.

So ist der Beitrag über KIZ, der geneigte biotechpunk Leser wird sie sicher auch dem Review über Callejon kennen, recht aufschlussreich und lesenswert.
Leider finde ich diesen Beitrag ein wenig zu kurz geraten, wobei er über zwei Seiten geht und klein geschrieben wurde.
Doch das Ende des Interviews kommt mir einfach ein wenig zu abrupt.

Der nächste tolle Beitag ist wie so oft die wunderbare Welt der Propaganda.
Diesmals zum Thema „Immer Ärger mit den Moslems“.
Sehr treffend, mit spitzer Zunge, oder spitzer Feder geschrieben trifft der Artikel sehr genau den Kern der Thematik die gerade durch das deutsche Dorf getrieben wird.

Der dritte Artikel, der mir aufgefallen ist, ist diemals ein Interview mit einer mir vollkommen unbekannten Person, dessen Namen auch nicht verraten wird.
Vom Autonomen Nationalisten zum Punk wird dieses Interview betitelt und genau darum geht es auch in dem Interview.
Es geht um eine Person, die sogar recht weit bei den Autonomen Nationalisten mitgewirkt hat und dann ausgestiegen ist.

Vielleicht stechen die Beitäge bei mir einfach so heraus weil sie über den Tellerrand des Plastic Bomb weit hinausgehen, weit hinaus über die üblichen Punkthemen.
Vielleicht finde ich sie so gut weil sie über Dinge berichten die anders sind, icht direkt Punk und doch Punk.

Ich weiß es nicht genau, auf jeden Fall machen diese drei Themen das Heft definitiv für mich zu einer großen Plastic Bomb Ausgabe, wobei alles weitere was in diesem Heft, und was hier nicht erwähnt wird, ebenso klasse und lesenswert geschrieben ist.
Doch das ist bei dem Plastic Bomb Zine ja eh Standard, das sie wissen wie man ein gutes Zine macht.

Aufgrund aber dieser mir so herausragenden Artikel ist die Nummer 73 noch mal ein Stück lesenswerter.

Lesestoff