Rock Hard mit Beilage

Der aktuelle Metal Hammer hat ja als Beilage ein Metallica Tributealbum (wir berichteten) und ein Sonderheft zum schwarzen Album. Das Package habe ich mir eigentlich nur aus Freude am Trash (nein, da fehlt kein h) gekauft. Was da vermutlich an musikalischen Verbrechen begangen wird, meine Herren. Motorjesus und The New Black fand ich in der Ankündigung ja noch akzeptabel, Lemmy macht eh nichts Schlechtes, aber über den Rest sollte man vermutlich lieber den Mantel des Schweigens hüllen.

Aber genug von dieser Gazette, ich bevorzuge ja in der Regel eher das andere große Magazin, das Rock Hard. Die warten bei der aktuellen Ausgabe auf jeden Fall mit der musikalisch interessanteren Alternative auf. Weltexklusiv gibt es nämlich eine Live CD von Opeth als Beilage. Aufgenommen bei ihrem phänomenalen Headlinerauftritt auf dem Rock Hard Festival 2009. Als Beigabe wird die CD noch von der Vorabsingle „The Devil’s Orchard“ (vom kommenden Album Heritage) komplettiert. Die CD kommt im Jewel Case mit einem wirklich gelungenen Cover daher.

Aber nicht nur musikalisch gefällt mir die aktuelle Ausgabe des Rock Hard, auch inhaltlich sind ein paar schöne Sachen dabei. Gleichwohl ich erst angefangen habe die Ausgabe zu lesen, so finde ich das Interview mit Mikael Åkerfeldt sehr interessant, weil der Kerl einfach ein musikalischer Freak zu sein scheint und auch sehr sympathisch rüberkommt. Ebenfalls positiv finde ich, dass sich das Rock Hard dem Thema „Pay to Play“ angenommen hat.

Solche Artikel und Interviews würde ich mir gerne häufiger in Musikzeitschriften wünschen. Leider sind die Hefte (ob nun Hammer oder Rock Hard) doch sehr ähnlich: Am Anfang kommen News (die man in der Regel schon vor einem Monat im Netz gelesen hat), dann so ein paar lustige Funrubriken, anschließend die Interviews mit Bands, die neue Scheiben zu promoten haben und natürlich ist die aktuelle Scheibe ‚die beste, die wir jemals aufgenommen haben‚. Im Anschluss daran kommen die Reviews zu CDs, DVDs, Büchern und Spielen, eine kleine Demo/Underground Ecke, Livereviews und die Vorschau auf das nächste Heft.

Gerade bei den Interviews finde ich, wenn es hochkommt, gerade mal die Hälfte wirklich lesenswert. Das liegt natürlich nicht nur an den Heften, sondern sehr häufig an den blassen Interviewpartnern, die einfach nichts zu sagen haben. Aber manchmal erhofft man sich, dass einfach noch mal nachgehakt wird, oder eine etwas tiefer gehende Frage kommt. Ich würde mir manchmal eine Zeitschrift wünschen, die wie zum Beispiel das aktuelle Rock Hard mit dem „Pay to Play“ Artikel, mal etwas intensiver recherchiert und darüber berichtet oder ausführliche Interviews mit Musikern führt, die vielleicht nicht gerade etwas zu promoten, aber etwas zu erzählen haben. Ganz groß war da in letzter Zeit das sehr lange, über drei Ausgaben geführte, Interview vom Rock Hard mit King Diamond. Bei den Fußballzeitschriften ging so etwas Ähnliches ja auch als damals 11 Freunde auf den Markt kam. Habe ich zwar schon eine Weile nicht mehr gelesen, aber die haben sich ja doch früher immer sehr positiv von der allgemeinen Fußballberichterstattung abgehoben.

Nun aber genug von meinen Träumereien, ich leg jetzt mal die Opeth CD auf, um mir die letzten Töne des Metallica Coveralbums aus den Gehörgängen blasen zu lassen.

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Edith dachte gerade, dass sie ja noch die Trackliste der CD ergänzen könnte:

  1. The Devil’s Orchard 6:30
  2. Intro (Live) 1:12
  3. Heir Apparent (Live) 9:18
  4. Ghost od Perdition (Live) 9:49
  5. The Leper Affinity (Live) 8:56
  6. Hessian Peel (Live) 10:47
  7. Deliverance (Live) 12:03
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