Listenalarm: 2010 – Platz 12: ALTER BRIDGE – AB III

Was es mit dem Listenalarm auf sich hat, habe ich hier versucht zu erklären. Alle bisher in dieser Reihe veröffentlichten Beiträge sind am Ende des Artikels verlinkt.

(Anmerkung: Ich versuche zu allen Alben in dieser Rubrik Hörbeispiele zu finden und zu verlinken, da das Internet aber manchmal sehr kurzlebig ist, kann es sein, dass die Links nicht mehr aktuell sind, wenn ihr diesen Beitrag lest.)

12. Alter Bridge – AB III

Sagt der Drummer zum Gitarristen: “Ey Alter, Bridge!”

Nee, nee, auch nach knapp einem Jahr wird der Witz nicht lustiger. Aber ich dachte, ich versuch es noch mal, ist nicht gelungen. Nun gut, wenden wir uns dem dritten Album der Mannen um Myles Kennedy zu, das ist im Gegensatz zu meinen humoristischen Versuchen auf jeden Fall gelungen.

Beginnen möchte ich erst kurz mit der Vorgeschichte von Alter Bridge, die dürfte den meisten vermutlich bekannt sein, daher werde ich sie nur kurz zusammenfassen:

Creed waren Ende der 90er/Anfang der 00er Jahre eine der populärsten Rockbands in den USA. Sänger Scott Stapp stolperte über sein Riesenego, Creed lösten sich auf. Die restlichen drei Bandmitglieder Mark Tremonti, Brian Marshall und Scott Phillips hatten aber noch Bock auf Musik. Daher schnappten sie sich den Sänger und Gitarristen Myles Kennedy von The Mayfield Four und waren nun als „Alter Bridge“ unterwegs.

Zwar haben sich Creed 2009 reformiert, das Projekt Alter Bridge läuft dennoch weiter. Das ist nur zu gut, denn im Gegensatz zu Creed machen Alter Bridge die bessere Musik. Das haben sie 2010 mit ihrem dritten Album wieder unter Beweis gestellt, wo man direkt merkt, dass der Fokus von Tremonti, Marshall und Phillips, trotz der Reunion von Creed, 100%-ig auf der neuen Alter Bridge Scheibe liegt. Manche präferieren zwar die erste Scheibe, für mich steht aber die Dritte den ersten beiden Alben „One Day Remains“ und „Blackbird“ in nichts nach.

Mit Creed kann ich genau 0 anfangen, Alter Bridge gefallen mir aber sehr gut. Das nur als Info, bevor hier jemand vom Bandnamen Creed abgeschreckt wird, weil er vielleicht auch so denkt.

Ich schätze den Gesang und die Stimme von Myles Kennedy sehr (auch ein Grund, warum ich mich auf das zweite Slash Album freue, wo er die Gesangsparts übernehmen wird), er drückt der Musik mit seiner Stimme seinen Stempel auf und sie hat einen hohen Wiedererkennungswert. Hinzu kommt, dass seine Gesangsmelodien sich von der Instrumentierung auf AB III abheben und dort nicht haften bleiben.

Auch das Songwriting, an dem sich hier zum ersten Mal Myles Kennedy beteiligt hat, erscheint, wie von Alter Bridge gewohnt, sehr ausgereift und abwechslungsreich. Ja, die ganze Scheibe ist abwechslungsreich und das, obwohl sie den Vorgängern ähnelt. Natürlich erkennt man sofort, wer da musiziert, denn die Gitarrenarbeit von Bandleader Tremonti und auch der Gesang von Kennedy sind unverkennbar, aber dennoch schaffen es Alter Bridge auch auf ihrem dritten Output nach Alter Bridge zu klingen ohne sich zu wiederholen.

Auch wenn das Album unter Rock läuft, so haben hier dennoch die metallischen Elemente zugenommen und eine Spur düsterer klingt das Album auch. Das sorgt dafür, dass AB III nicht zu glatt ist um gleich wieder in Vergessenheit zu geraten. Nein, die Melodien und gleichzeitig die Kanten machen dieses Album wieder zu einem besonderen. Vielleicht wäre Alternative Metal eine bessere Schublade um die Band Einzusortieren, denn obwohl auf dem Album auch (Halb-)Balladen zu finden sind und tolle Melodien verarbeitet werden, so hat die Musik doch genug Eier um sich vom Mainstream abzuheben. Viel bessere Bands in diesem Bereich dürfte es zurzeit kaum geben.

Für 2012 haben die Bandmitglieder ja schon angekündigt, dass die Band ruhen wird, damit sich die Mitglieder um Creed bzw. die neue Slash Scheibe kümmern können. Bleibt zu hoffen, dass sie 2013 wieder mit Elan anfangen an einem vierten Alter Bridge Album zu arbeiten. Das ist mir nämlich wesentlich wichtiger als neue Outputs von Slash oder gar Creed.

 

[Am 17.10.2011 soll übrigens noch eine Special Edition des Albums erscheinen: „AB III.5„. Darauf gibt es noch drei Bonustracks (Zero, Home und Never Born to Follow) und eine DVD mit der Dokumentation „One by One“ von Daniel Catullo.]

Meine Albumversion hat 14 Songs mit ca. 1:05 h Spielzeit.

Bandhomepage: alterbridge.com

Hörbeispiele:

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Alter Bridge: Isolation

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Alter Bridge: Words darker than their wings
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Listenalarm 2010:

Unter ferner liefen, Platz 15 (Zaz – Zaz), Platz 14 (Kylesa – Spiral Shadow), Platz 13 (Nachtmystium – Addicts)Platz 12 (Alter Bridge – AB III), Platz 11 (Dawnbringer – Nucleus), Platz 10 (Procession – Destroyers of the Faith), Platz 9 (The Sword – Warp Riders), Platz 8 (Långfinger – Skygrounds), Platz 7 (Ghost – Opus Eponymous), Platz 6 (Haken – Aquarius), Platz 5 (Heljareyga – Heljareyga), Platz 4 (Nevermore – The Obsidian Conspiracy), Platz 3 (Manic Street Preachers – Postcards From a Young Man), Platz 2 (Flotsam and Jetsam – The Cold), Platz 1 (Major Parkinson – Songs from a Solitary Home), Zusammenfassung

 

Listenalarm