Interview mit The Boy who cried wolf

Über The Boy Who cried Wolf gab es immer wieder hier etwas bei uns zu lesen, auch gabt es schon das eine oder andere spannende Interview mit Patty, dem Sänger, Musiker und Kopf bei The Boy who cried wolf.
Derzeit befindet er sich im Studio an der Arbeit zum Debütalbum, welches nächstes Jahr, also 2012, erscheinen soll.
Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt.

btp: Hallo Patty,
seit unserem letzten Interview hier im biotechpunk sind nun schon einige Wochen, wenn nicht gar Monate vergangen, damals war dein Projekt noch ein reines Projekt, ihr habt mit Innocent Exile auf dem Betontod Festival gespielt und du hast für dein Projekt noch am dem Material gearbeitet, seit dem ist aber viel passiert, wie ich so hörte.

Gehen wir mal Schritt für Schritt seit dem letzten Interview die Ereignisse durch.

Im letzten Interview stand das Betontod Festival noch bevor, nun liegt es hinter Euch.
Wie war es auf der großen Bühne zu spielen ?
Wie kamt ihr bei dem Publikum an und vor allem wie hat die Bandmischung auf diesem Festival gepasst ?

patty: Es war ohne Frage cool, und wir haben uns sehr darüber gefreut, dass uns Betontod fragten, ob wir mit Innocent Exile dort spielen wollen. Besonders am zweiten Tag, an dem Betontod später als Hauptact aufgetreten sind.

Nur sind wir an diesem Tag zum aller ersten Mal in über 10 Jahren, ohne unseren Gitarristen Christian Jahnke aufgetreten, da dieser krankheitsbedingt ausgefallen ist.
Stattdessen, sprang mein langjähriger Freund Christian Schmitz ein, der ja auch Berufsmusiker ist und im Moment für mein neues Projekt „The Boy Who Cried Wolf“ die Gitarren im Studio einspielt und auch Live mit uns unterwegs sein wird.
Christian legte einen absoluten Killer-Job ab, nicht nur dass er das komplette Set in weniger als 3 Tagen lernte, er legte auf der Bühne auch noch eine Hammer-Performance ab.

Was die Resonanz angeht, haben wir auf jeden Fall nichts negatives gehört und wir fühlten uns auch als Alternative-Band nicht deplatziert.

btp: Seit dem ist nun viel passiert.
Wie steht es um Innocent Exile, wie steht es um dein aktuelles Projekt The Boy who cried wolf ?
Wer dir auf Facebook und Twitter folgt, der wird sicherlich mitbekommen haben das du derzeit fleissig an TBWCW arbeitest und derzeit im Studio bist um das Material einzuspielen.

Werden sich die neuen Songs deines Soloprojektes groß von dem Material des Innocent Exile Debüt unterscheiden ?

patty: Bei Innocent Exile bin ich Ende letzten Jahres ausgestiegen.
Es gab eine ganze Menge Reibereien und Spannungen, für die ich ehrlich gesagt auch gesorgt habe.
Ein weiterer Grund ist auch, und ich möchte auf keinen Fall die Musik und unser Album „A Summer For The Damned“ schlecht machen, dass ich nie wirklich 100% hinter den Songs und wie wir uns verkauft haben stand!
IE hatte viele Metal-Einflüsse, und ich bin alles andere als ein großer Metal-Fan.
Ich bin ein riesen Fan von Bands wie „The Cure“ oder „Pink Floyd“ also ganz klar in der Alternative-Rock-Ecke einzordnen.
Aber ich geb sowieso nicht viel auf diese ganzen Genre-Bezeichnungen.
Im Endeffekt will ich Musik machen, die mich und die Leute beim hören erreicht.
Wenn dabei ne ultraharte Rocknummer oder ein reiner Popsong entsteht, ist es mir egal, solange es von Herzen kommt und authentisch wirkt.
Das alles hab ich bei IE in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten nicht mehr empfunden.
Sie machen aber weiter Musik, was ich gut finde, warum auch nicht. Wie es allerdings mit Konzerten und weiteren Platten aussieht, kann ich nicht sagen, da ich keinen Kontakt mehr zu den Jungs habe.

The Boy Who Cried Wolf ist also nicht mein Soloproject, sondern meine Hauptband und mein musikalisches Baby, in das ich momentan meine ganze Zeit und Leidenschaft investiere.
Seit Oktober sind wir im schönen LeFink Studio, wo wir an den ersten Songs unseres Debüt-Albums arbeiten.

Produziert werden die Songs von B-Ray welcher sich auch schon als Audio Engineer und Drummer von The Bonny Situation einen Namen gemacht hat. Unter anderem hat B-Ray auch schon mit Yoda Guitar, Emily’s Necklace, Ripple Street zusammengearbeitet.

Neben seiner Studiotätigkeit schwingt B-Ray auch die Drums auf unserem Album, bei The Bonny Situation, Sunchair, GR;MM (mit Popstarsgewinner Markus Grimm am Mikrophon), und Sahin (deutsch, soulig) die Keulen.
Für den Cornelsen Verlag fertigte er Hörbücher für den Businessbereich an, Auftragskompositionen wurden für RTL, RTL 2, VIVA, MTV und Vox erstellt, für Greg Hetson (Bad Religion) fungierte B-Ray als Engineer.

Und bis jetzt bin ich unfassbar glücklich, wie sich die Songs entwickeln.
Noch nie war ich derart von einer Produktion und meinen Songs überzeugt.
Das ist die Musik die ich immer machen wollte.
Für mich ist es auch das erste Mal, dass ich mit einem Produzenten zusammenarbeite.

Vom Sound kann man es nicht mit Innocent Exile vergleichen, kein bisschen.
Die Songs sind anders arrangiert und teilweise poppiger.
Das ganze hat einen frühen 90er Jahre Charakter, nur cooler und moderner.
Die Gitarren haben in vielen Songs einen leichten Touch von „The Cure.“
Damit will ich nichts kopieren, aber ich kann meine Einflüsse beim schreiben nicht abstellen.

btp: Die Musik wird poppiger ? Wie kommt das denn. Innocent Exile waren schon recht rockig unterwegs, nicht im derbesten Metal-Bereichen, aber schon recht rockig.
Wie ruhig soll die Musik nun werden ?
Neben The Cure, gibt es hier noch ein paar Hinweise ?
Ich hörte etwas das die Musik auch Richtung Placebo gehen könnte.

patty: Das hat sich einfach so während der Aufnahmen ergeben.
Auch wenn ich die Songs bei TBWCW komplett alleine schreibe, leg ich im Studio viel Wert darauf, das meine Mitmusiker ihre eigene Handschrift und ihren Stil mit einbringen.
Ich lass den Sound einfach auf mich zukommen, und sobald er mir etwas bestimmtes gibt, weiß ich dass ich auf der richtigen Seite bin.
Ich möchte keine Musik machen, in der ich mir irgendwelche Vorgaben gebe, im Sinne von „Das muss jetzt aber total hart und düster klingen!“
Aber ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass die Songs ruhig sind.
Der Sound ist aufgeräumter, als bei Innocent Exile und bietet mehr Platz, für den Gesang und kleine Akzente.

btp: Wie sieht es mit den Songs und den Texten aus ?
Vor kurzem hast du am Rande mal erwähnt das die Texte und Songs persönlicher werden, die Songs Gefühle auslösen müssen und du bei den Texten “ tausend worte, tausend orte und bilder im kopf, wie bei einem film
hast.

patty: Die Songs und Lyrics sind wahnsinnig persönlich geworden, so persönlich dass ich die erste Zeit im Studio ein wenig Bedenken bekam, ob ich wirklich über so private Dinge und Erlebnisse singen möchte.
Die Texte bei Innocent Exile, waren schon sehr aus meinem Innenleben, aber ich habe dennoch immer eine feine Linie zwischen Realität und Fiktion gezogen.
Diese Linie existiert bei TBWCW nun nicht mehr.
Bevor wir mit der Albumproduktion angefangen haben, lief es in letzter Zeit in meinem Leben wahnsinnig chaotisch ab.
Zuerst ging meine Beziehung zu Innocent Exile komplett zu Bruch, sowie auch die Freundschaft zu meinen Ex-Bandmitgliedern.
Bei einer sehr guten Freundin, wurde tödlicher Krebs diagnostiziert und zeitgleich erlitt mein bester Freund einen schweren Unfall, und liegt seitdem in einem Wachkoma.
Mir ging es während dieser Zeit, mehr als beschißen und ich habe meine Wohnung kaum noch verlassen.
Das klingt jetzt sicher wie dieses typische „Songwriter-Klischee“, aber die Arbeit an den Songs und meine Vision von TBWCW hat mir geholfen, alles wieder auf die Reihe zu bekommen.
Den Song „Over“ habe ich für meinen Kumpel der im Koma liegt geschrieben und die Textzeile „Do you imagine how it feels, to be the star in tragedy“ beschreibt eigentlich die letzten Monate mehr als treffend.
Der Song gehört momentan zu meinen absoluten Favoriten, weil er beim Hören ein gutes Gefühl und Hoffnung transportiert.
Und genau da möchte ich mit meinen Songs hin.
Ich möchte Leute nicht meiner Musik deprimieren, sondern ihnen eine Art Hoffnungsträger vermitteln, der sie an verschiedene Ort und Gefühle bringt, sowie bei einem guten Clint Eastwood Film.

btp: Das Album, hat es schon einen Namen, dein Debüt ?

patty: Nein, bis jetzt noch nicht.
Wir stecken noch mitten in den Aufnahmen und dem Arrangament für die weiteren Songs.
Ich hab zwar schon ein paar Ideen, aber ich denke den finalen Albumtitel werde ich erst im Kopf haben, wenn die Aufnahmen abgeschlossen sind und ich das Album ein paar mal gehört habe.

btp: In welchen Versionen soll es denn erscheinen ?
Wird auch was als Schallplatte kommen ?
Ich finde, ich habe es sicher schon mal erwähnt, Schallplatten toll, aber sie sind eher unhandlich, teurer und nehmen Platz weg.
Trotzdem freue ich mich immer wenn Bands Sachen auch auf Platte rausbringen.

patty: Das Album wird auf jeden Fall offiziell in den Läden erscheinen, sowie auch auf iTunes und anderen Download-Portalen.

btp: Wie wird es weitergehen wenn du dein Debüt auf den Markt gebracht hast ?
Stehen dann Konzerte an, eine Tour, oder fehlt dazu eine feste Band ?

patty: Nach dem Release, wird es auf jeden Fall eine Tour geben, aber wir werden schon ab April-Mai die ersten Shows spielen, denn bevor wir das Album veröffentlichen, müssen und wollen wir uns erstmal einen Namen erspielen. Die Konzertplanung für 2012 läuft allerdings schon auf Hochtouren!

Ich danke dir für dieses Interview, hat großen Spaß gemacht, auch weil es über einen längeren Zeitraum entstanden ist.

Wir und ihr, liebe Leser/innen, werdet mehr erfahren wie es mit The Boy who cried Wolf weitergeht und wann das Debütalbum erscheinen wird.
Sobald es neue Infos gibt werden wir drüber berichten.

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