[Review] Brot – #5

Ein neues Brot ist da, wobei in den letzte Wochen schon wieder ein neues erschienen ist, eine Ausgabe in Corona-Zeiten. Online, zum ausdrucken, oder am Rechner lesen.
Hier haben wir nun die fünfte Ausgabe und sie ist schon ein paar Tage draußen. Ich wollte aber erst drüber schreiben wenn ich auch ordentlich reingelesen habe. Dabei liefert das neue Brot wieder eine große, bunte Mischung aus der Welt des DIY Punk, wie alleine der Blick auf das Cover verrät.

Das Heft selber kommt mit gut 82 Seiten daher. Alle b/w bedruckt und gebunden, nicht getackert, was dem Heft direkt einen hochwertigen und professionellen Eindruck verleiht. Das ist direkt ein anderes Level als nur im Copy Shop zusammenkopiert und getackert.

Passend zu einem Fanzine geht es hier auch direkt mit einem umfangreichen Vorwort los, welches aber mit einer eingelegten Seite daher kommt, da im Druck was verloren gegangen ist. Dafür hat dieses Brot hier kein Inhaltsverzeichnis, was ich ein wenig schade finde. Aber ich denke wir finden uns auch so gut zurecht.

Los geht es dann auch gleich mit einem Festivalbericht von dem Resist Reclaim Revolt 2019, was eher unbekannt ist, wie auch im Beitrag erwähnt wird. Auch ich kannte es nicht, doch dafür habe ich nun davon gelesen. Da in diesem Jahr wahrscheinlich keine Festivals mehr stattfinden werden, ist es doch schön hier von diesem zu lesen. Wobei es hier nun viel auch um den Alkoholbedarf des Autor geht, was ich nun nicht für so spannend finde. Aber mich interessiert saufen auch als solches nicht so wirklich.

Im Interview mit Fontanelle gibt es so einiges rund um die Band, um Skinheads, RASH, Fußball, Poliitk und den Bezug der Band dazu zu lesen. Ein spannendes Interview, welches auch darüber aufklärt ws die Band denn auf dem Artwork darstellt und dass dies kein Phallussymbol ist. Nebenbei, auch konnte den „Pimmelkopf“ auf ihrem Plattencover nicht so deuten, wie die Band es denn gemeint hat.

Dann beinhaltet das Brot Zine noch Beiträge die immer wieder gerne in Fanzines reindürfen und dort auch als Unterhaltung dienen. Okaye Bands ist solch ein Beitrag, welcher auch gut beschreibt warum manche Bands eben okay sind. Und mittendrin wird dann auch noch der Zitronenhund gegrüßt. Ein gelungener Querverweis.

Ich zerpflücke hier nun nicht das ganze Fanzine Beitrag für Beitrag, denn jedes Thema spricht sicher jeden anders an. Ob Gilles Bertin, dessen Buch vorgestellt und ein Nachruf auf ihn geschrieben wird, Kapitalismus im Lidl, wo ein paar Gedanken zusammengetragen werden, oder aber ein weiteres Interview, hier mit Faintest Idea. Oder einen Bericht über das Femme Rebellion Festival. Ich muss die Sachen und die Bands hier gar nicht kennen um gut unterhalten zu werden. Hier werden spannend zu lesende Interviews und auch Berichte geschrieben die aus sich heraus schon überzeugen können. So mag ich das zu lesen.

Das Leben auch anders geht zeigt dann hier auch der Beitrag über das Semtex Kulturkollektiv, welches eine Kneipe mit Konzerte anbietet. Selbstverwaltet und nicht Gewinnorientiert. Kultur ist mehr als das konsumieren von Veranstaltungen. Vielleicht liefert dies dann auch noch mal die eine oder andere Idee für die Zeit nach Corona. Vielleicht, denn ich glaube es wird danach Platz für neue Ideen sein.

Das Mondo Bizzaro Punkrock Radio wird hier ebenfalls vorgestellt in einem Interview, wobei auch dieses Interview einfach gelungen ist. Es macht mir einfach Spaß solche Sachen zu lesen, wo die Menschen selber auch mit Spaß an der Sache sind, die sie so machen.

Es gibt hier noch weitere Beiträge, ob Trendobst Zwiebel, oder ein Comic, oder ein Beitrag über die Rote Flora, oder ein Beitrag über das Weihnachtsalbum der Bad Religion. Es geht in so viele Richtungen und kann dabei einfach punkten. Wahrscheinlich weil mich die Stimmung und der Stil hier anspricht. Das ist einfach alles mit einer positiven Grundstimmung versehen. Weil sie auf dieses Zine hier Lust habe und auf die Themen die in dem Heft passieren.

Mein Fazit: Ein sehr umfassendes, schön gestaltetes Fanzine, welches sich einfach sehen lassen kann. Hier wird was auf die Beine gestellt, nicht um damit Geld zu verdienen, sondern um etwas positives der Sache beizusteuern. Etwas worauf man Lust und Laune hat und diese Liebe zur Sache ist, wie ich finde, diesem Zine hier einfach anzumerken und herauszulesen.
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Inhalt
Interviews
Konzertberichte
Politik
Musik
Reviews
Comic
Zeug

Erscheinungsdatum
08.03.2020

Seiten
80

Verlag
DIY

Bestellen
brotfanzine@gmx.de

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