[Review] Venom – Sons of Satan

Ein neues Album von Venom, wobei es nicht direkt ein neues Album ist, denn die Veröffentlichung enthält nur altes Material.

Altes Material und alte Aufnahmen sind nun nicht umbedingt so der Knüller, außer es ist vielleicht irgendwas besonders dabei, was sonst eher selten, oder nur sehr teuer zu bekommen ist. Diese Platte hier ist für all jene interessant die sich für Demoaufnahmen der Band interessieren und gerne solch einen Rückblick und Einblick in die Anfänge der Band mögen.

Venom ist eine der Bands, welche ich recht früh in meiner musikalischen Entwicklung gehört habe. In meiner Schulzeit war ich freiwillig im Religionsunterricht, vor allem weil es recht unterhaltsam war und weil die Alternative daraus bestand in anderen Klassen hinten rumzusitzen, da so die Schule ihre Aufsichtspflicht erfüllt sah. Da war unterhaltsamer Unterricht doch besser und hier habe ich dann auch Venom kennenlernen dürfen. Es ging um Sekten und Satanismus und da wurde dann vor Bands wie Venom gewarnt.

Mich interessierte da schon Metal und Punk und wenn eine Band als solch böses Zeug angepriesen wird, dann muss es sicher gut sein. Also auf die Suche im örtlichen Plattenhandel in Düsseldorf begeben und eine Best Of Scheibe von Venom erstanden. Doch was soll ich sagen; ich hörte Pantera, Sepultura und Slayer und da sollte Venom nun irgendwie extrem sein? Ich fand es dann doch nicht so ansprechend und böse klang es auch nicht.

Böse klang die Band vielleicht als sie neu waren. Düster, böse und extrem, doch dem war mitte der neunziger Jahre dann nicht mehr der Fall. Und hier geht es nun mit der Veröffentlichung Sons of Satan dann ganz zurück zu den Anfängen. Hier kann ich mir, wenn ich das so höre, recht gut vorstellen das diese Musik schon heftig unterwegs war.

In der Hitparade waren die Village People, Dschingis Khan, Boney M und Peter Maffay und viele andere. Das bezieht sich nun zwar auf die Hitparade in West-Deutschland, aber ich denke damit lässt sich die Zeit gut einschätzen. Und dann kam diese Musik hier, die wir hier von Venom hören. Wild, düster, laut und heftig. Sie folgt nicht den poppigen Schemen, sondern driftet immer wieder gekonnt in die Krachrichtung. Das war schon eine andere Nummer.

Aus der Sicht von heute ist diese Veröffentlichung hier mehr eine handvoll Krach. Laut, durcheinander und, wie ich finde, schlecht in der Aufnahme. Es sind halt frühe Aufnahmen und Demoaufnahmen. Wobei die Liveaufnahmen zu Beginn spezieller sind als die Demoaufnahmen die dann folgen. Diese sind schon besser produziert. Hier kommt dann auch der Sound der Band einfach besser zur Geltung. Einfach voller und klarer im Klang.

Mein Fazit: Wer braucht nun diese alten Sachen hier? Ich schätze diese Veröffentlichung eher als etwas für Sammler/innen ein, wobei es schon Spaß macht diese alten Sachen und den alten Sound hier zu hören und auch damit die Band mal wieder wahrzunehmen. Es rückt Venom wieder mal in den Blickpunkt. Vielleicht ist es damit sogar ganz interessant für Fans von okkulten Retrobands, die hier dann das Original kennenlernen dürfen. Der sound stimmt dabei auf jeden Fall, wobei die Liveaufnahmen zum Auftakt nicht gerade so überzeugend sind.

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Tracklist
Angel Dust (Church Hall Rehearsals 1979)
Buried Alive (Church Hall Rehearsals 1979)
Raise The Dead (Church Hall Rehearsals 1979)
Red Light Fever (Church Hall Rehearsals 1979)
Venom (Church Hall Rehearsals 1979)
Sons Of Satan (1980 Impulse £50 demo)
In League With Satan (1980 Impulse £50 demo)
Angel Dust (1980 Impulse £50 demo)
Live Like An Angel (1980 Impulse £50 demo)
Schizo (1980 Impulse £50 demo)
Venom (1980 Impulse £50 demo)
Angel Dust (Impulse Studio 1980 demo)
Raise The Dead (Impulse Studio 1980 demo)
Red Light Fever (Impulse Studio 1980 demo)
At War With Satan (1983 Impulse Studio demo)

Erscheinungsdatum
28.08.2020

Label
BMG

Metal